Fachkongress FOCUS: Museum – Depotplanung und Sammlungsmanagement

Treffen Sie die KollegInnen in Brandenburg / Havel
Foto: Fritz Fabert

Vom 15. Bis 17. April 2019 findet im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg an der Havel wieder die Fachveranstaltung FOCUS: Museum statt. In diesem Jahr dreht sich alles um Depotplanung und Sammlungsmanagement.
Der dreitägige Fachkongress im Paulikloster in Brandenburg an der Havel widmet sich in zahlreichen Vorträgen, Erfahrungsberichten und Diskussionsformaten den Themen: ganzheitliches Projektmanagement für Neu- und Umbau bzw. Sanierungen von Sammlungsdepots, Umzugsmanagement, Logistik und Transportwesen, Sammlungsmanagement, Sicherheit, Notfall- und Risikomanagement, Schädlingsprävention, Lagertechnik, Sammlungssoftware, Inventarisierung, Raumklima, Lichtschutz, Energieeffizienz, konservatorische Aspekte, Fördermöglichkeiten sowie Betriebskonzepte.
Die FOCUS-Veranstaltung geht dabei übergreifend auf unterschiedliche Kultureinrichtungen ein, große und kleine Museen, Archive sowie den Sonderfall Archäologische Sammlungen.

In den begleitenden Kommunikationsformaten in Form von Workshops und einer Fishbowl-Diskussion aber auch bei einem gemeinsamen Abendessen am ersten bzw. einem kleinen Get-together am zweiten Veranstaltungstag besteht die Möglichkeit, mit den Teilnehmern Kontakte zu knüpfen und fachübergreifend zu diskutieren. Im rund 1000 m² großen historischen Kirchenschiff werden wie gewohnt technische Produkte und Dienstleistungsangebote von Fachunternehmen zum besagten Themenfeld präsentiert.

Das Programm, weitere Informationen und Tickets gibt es hier: www.focus-museum.de.
FOCUS: MUSEUM wird veranstaltet vom gemeinnützigen Förderverein ‚Freunde des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg e.V. (FALB)‘ im Auftrag von und in Kooperation mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum (BLDAM).

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Die Wetterfeuerzwerge oder: Ein paar Gedanken über Sensoren – Teil 3

Ich weiß, was Sie denken, nachdem Sie die ersten beiden Teile dieser Beitragsreihe gelesen haben: Welche Datalogger sollte ich am besten kaufen, um mein Klima zu messen? Es gibt eine große Auswahl auf dem Markt und einige davon sind ziemlich teuer.

Die Sache ist die: Es sind Faktoren wie die Genauigkeit, die den hohen Preis von Dataloggern ausmachen, vor allem, wenn es darum geht, die relative Feuchtigkeit zu messen. Sie können auch recht günstige Modelle kaufen, aber was diese wirklich billig macht, sind meistens billige Sensoren. Nun fragen Sie sich sicherlich, wie schlimm eigentlich ein billiger Sensor ist. Wie fast immer, ist diese Frage mit: „Es kommt darauf an …“ zu beantworten. Auf was es ankommt? Beispielsweise darauf, wie stabil Ihr „Raumklima“ ist (auch wenn wir bereits gesehen haben, dass es so etwas eigentlich gar nicht gibt) und wie genau Ihre Messung sein soll.

Eine Sache, die Sie wissen sollten ist, dass Sensoren immer innerhalb einer Spannweite arbeiten. Feuchtigkeitsfühler tun dies für gewöhnlich und logischerweise zwischen 0 und 100% relativer Feuchtigkeit. Innerhalb dieser Spanne sind Abweichungen hinsichtlich der Genauigkeit möglich. Feuchtigkeitsfühler funktionieren typischerweise im mittleren Bereich um die 50% rF am exaktesten und werden ungenauer, wenn sich die Feuchtigkeit auf Werte im Randbereich unter 10% oder über 90% zubewegt. Auch in einer sehr kalten oder sehr heißen Umgebung, kann ein Messfühler seine Genauigkeit einbüßen. Normalerweise sind die Angaben zu den möglichen Abweichungen in den Datenblättern von Sensoren oder Geräten dargestellt.

Da sich das alles ziemlich theoretisch anhört, habe ich einen Versuch gemacht, um zu zeigen, was das alles bedeutet (im Nachhinein betrachtet, hätte ich vielleicht ein bunteres Farbspektrum für das Diagramm verwenden sollen, Entschuldigung hierfür). Ich habe drei Sensoren an einer Stelle ausgelegt:

DHT22 (hellgrün), Korrektur DHT22 (blau), SHT31 (dunkelblau), Sensirion SHT35 (grün)

 

1. Ein recht günstiges Modell, einen DHT22/AM2302 1 bei dem es sich um einen gewöhnlichen Temperatur- und Feuchtigkeitsmesser aus dem Bereich der Maker/Mikrokontroller-Szene handelt, die man oft in selbstgebauten Geräten findet. Normalerweise zeigen diese Fühler Werte mit einer Genauigkeit von +/- 2% rF und einer maximalen Abweichung von +/- 5% rF an (es wird jedoch nicht angegeben, in welchem Messbereich diese maximale Diskrepanz erreicht wird). Diese Messdaten werden durch die hellgrüne Kurve dargestellt.

2. Aus dem mittleren Preissegment eine chinesische Version des Sensirion SHT31 2, denen man gelegentlich in etwas raffinierteren DIY-Projekten begegnet. Die Genauigkeit dieses Geräts wird mit +/- 2% rF angegeben. Dargestellt wird diese Messung von der dunkelblauen Kurve.

3. Aus der höheren Preisklasse einen original Sensirion SHT35-Sensor 3, den man in professionellen Geräten findet. Es wird eine Genauigkeit von bis zu +/- 1,5% rF innerhalb eines Messbereichs von 0 und 80% relativer Feuchtigkeit angegeben, was bedeutet, dass es außerhalb dieser Werte weniger genau misst. Dargestellt wird dieser Sensor von der grünen Kurve.

4. Zusätzlich ist eine blaue Kurve zu sehen: Hierbei handelt es sich um die lineare Korrektur des DHT22, der auf einem Abgleich mit einer Messung beruht, die ich mit einem Assmann-Psychrometer durchgeführt habe. Ich habe herausgefunden, dass der DHT22 31 Prozentpunkte von der „tatsächlichen“ relativen Feuchtigkeit abweicht, die ich mit dem Assmann-Psychrometer bei 55% gemessen habe. 4

 

Was zeigt uns diese Grafik an und was können wir daraus lernen?

Alle Sensoren funktionieren ziemlich ähnlich, wenn es um Temperaturmessungen geht. Das bedeutet für uns, dass wir getrost auf günstigere Varianten zurückgreifen können, wenn es um reine Temperaturmessungen geht.

Sobald es aber um die Feuchtigkeitsmessung geht, wird es sehr interessant:

1. Die ursprünglichen DHT22-Aufzeichnungen zeigen eine viel zu hohe Feuchtigkeit an, was wir bereits nach der Messung mit dem Psychrometer vermutet haben. Da der Sensor maximal bis 100% messen kann, hören die Kurven natürlich abrupt bei 99,9% auf. Die Kurve unserer Korrekturmessung dieses Sensors ergibt sich hauptsächlich durch lineare Subtraktion, sodass die abgeflachte Kurve des DHT22 direkt auf 68,9% transferiert wird.

2. Das teure Original des SHT35 und die günstigere Variante SHT31 sind nicht wirklich weit voneinander entfernt. Wenn die Feuchtigkeit langsam auf 70% und darüber hinaus ansteigt, scheint der günstigere Sensor (dunkelblaue Kurve) ein bisschen weniger Feuchtigkeit zu messen als die teurere Version (grüne Kurve). 5

3. Wirklich lustig ist jedoch die Tatsache, dass der günstigere Fühler dazu tendiert, Ereignisse dramatisch überspitzt darzustellen. Wenn wir uns den Kurvenverlauf der Feuchtigkeitsmessung des DHT22 vom 27. Juli genauer anschauen, sehen wir, dass die Kurve von 100% am Morgen drastisch auf 49,7% um 3 Uhr nachmittags abfällt. Auch die korrigierte Version beschreibt einen ebenso dramatischen Klimaverlauf von 68,9% zu 18,7%. Wenn wir uns die anderen beiden Sensoren anschauen, passiert nichts dramatisches. Der teuerste Sensor misst einen Abfall der Feuchtigkeit von 66,3% auf 40,7%. Dies wäre zwar immer noch eine kleine Katastrophe, wenn es sich um das Klima in einer Ausstellung oder einem Depotraum handeln würde (was nicht der Fall war), aber es ist ein riesiger Unterschied, ob man einen Klimaabfall von 25% oder von 50% hat.

Ausschnitt der Klimakurve vom 27.Juli

Vor allem der letzte Punkt sagt viel über günstige und teure Datalogger aus. Nicht, weil günstige Geräte unbedingt einen alten, abgenutzten DHT22 beinhalten, sondern weil hier ein grundsätzliches Problem von Sensoren verdeutlicht wird: sie funktionieren nicht immer unbedingt linear. Sie benötigen möglicherweise eine Kalibrierung.

Nun ist jede Kalibrierung ein kostspieliger Schritt. Für gewöhnlich sind Geräte an bestimmte Referenzpunkte angepasst, was bedeutet, dass der Hersteller in etwa das gleiche getan hat, was ich mit dem DHT22 getan habe: Es wird eine kalibrierte Quelle beprobt (zum Beispiel Salzlösung) und das Ergebnis wird dementsprechend angepasst.

Wenn es sich um ein günstiges Gerät handelt, kann es sein, dass diese Anpassungen nur an einen einzigen Referenzpunkt angepasst sind, was Folgen hat, die wir beispielsweise beim der Messkurve des DHT22 sehen können. Nur weil dieser Sensor bei einer Feuchtigkeit von 55% um 31 Prozentpunkte abweicht, muss dies nicht bei der ganzen Spannweite des Messbereichs der Fall sein. Stattdessen ist es sogar sehr unwahrscheinlich für einen Sensor, innerhalb eines ganzen Spektrums linear zu reagieren. Vielmehr fällt die Reaktion bei unterschiedlichen Bereichen der Feuchtigkeit ebenso unterschiedlich aus. Aus diesem Grund werden teure Geräte an mehreren Referenzpunkten getestet und dementsprechend kalibriert. Das Ergebnis sind viel genauere Aufzeichnungen innerhalb der ganzen Bandbreite.

Ich vermute, dass der SHT31 auch nur mit einer Referenz getestet wurde und dass allein schon der Unterschied, den wir bei steigender Feuchtigkeit im Vergleich zu den Aufzeichnungen des originalen Sensirion sehen bereits ein Zeichen dafür ist – aber da sich die Kurven noch im möglichen Toleranzbereich befinden, kann ich das nicht beweisen.

Ich persönlich würde den DHT22 aus offensichtlichen Gründen nicht mehr verwenden. Mit dem SHT31 kann ich leben, wenn ich einen groben Eindruck über die klimatische Raumsituation bekommen möchte oder in einer weniger problematischen Umgebung. Wenn es allerdings um Klimaaufzeichnungen für Leihgaben oder kritische Depotsituationen geht, würde ich mich immer für die teureren Originalteile entscheiden.

Um es also etwas allgemeiner zusammenzufassen: Kann man Kosten sparen, wenn man ein günstiges Gerät anschafft? Ja, wenn es lediglich darum geht, die Temperatur zu messen. Und ja, wenn es nur darum geht, eine grobe Vorstellung von Schwankungen der relativen Feuchtigkeit zu bekommen, man jedoch keine genauen Messwerte benötigt. Sie müssen sich dann immer der Tatsache bewusst sein, dass ein Gerät einen viel dramatischeren Klimasturz anzeigt, als dies eigentlich der Fall ist, aber dass es ebenso denkbar ist, dass die Aufzeichnungen weniger dramatisch ausfallen, als das, was tatsächlich passiert ist.

Wahrscheinlich ist es besser, qualitativ hochwertigere Produkte zu wählen, wenn es um heikle Einsatzgebiete geht und es ist immer ratsam, einen kritischen Blick auf die Datenblätter eines Produktes zu werfen, um zu wissen, was man kauft.

Mögen Ihre Depots und Ausstellungen stets ein schönes und stabiles Klima haben!

Angela

 

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Edith Harmati.

  1. Siehe hierzu das Datenblatt: https://www.sparkfun.com/datasheets/Sensors/Temperature/DHT22.pdf
  2. Details sind hier zu finden: http://vi.raptor.ebaydesc.com/ws/eBayISAPI.dll?ViewItemDescV4&item=162728071099&category=65460&pm=1&ds=0&t=1509175725000&ver=0
  3. Das komplette Datenblatt der Sensirion SHT 3x-Serie ist hier zu finden: https://www.sensirion.com/de/umweltsensoren/feuchtesensoren/digitale-feuchtesensoren-fuer-diverse-anwendungen/
  4. Fairerweise muss ich zugeben, dass ich diesen einen Fühler in den vergangenen Jahren nicht sehr pfleglich behandelt habe, sodass man ihn als etwas veraltet und verbraucht bezeichnen kann. Ich habe herausgefunden, dass man mit vielen DHT22-Messfühlern viel näher an die originalen Feuchtigkeitswerte herankommt und man normalerweise keine Sensoren mit einer höheren Abweichung als 2% für seine Feldforschung benutzen sollte. Aber beim Weiterlesen, werden Sie verstehen, warum ich diese Sensoren überhaupt nicht mehr für kritische Bereiche benutze.
  5. Wenn ich die extremsten Abweichungen betrachte, befinden sich diese in einem Bereich von 2-3 Prozent. Dies würde bedeuten, dass die Werte immer noch in einem akzeptablen Toleranzbereich liegen, vorausgesetzt, der eine Fühler irrt sich im Plus-Bereich und der anderere Fühler im Minus-Bereich des jeweiligen Spektrums.
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Herzlichen Glückwunsch zum 6. Geburtstag, Registrar Trek!

Kisten, Kisten, Kisten…

Die Tage um Weihnachten sind normalerweise etwas ruhiger und entspannter als der Rest des Jahres. Für mich ist es traditionell die Zeit, mein Zimmer aufzuräumen und mich aufs kommende Jahr vorzubreiten. Das endet meistens mit zahlreichen Kisten. Auf einer steht „Projekte in Arbeit“ für die Dinge, an denen ich zu arbeiten begonnen habe, aber aus irgendwelchen Gründen nicht fertig wurde. Diesmal ist da eine ganze Menge drin und es wäre noch mehr, wenn man dort auch virtuelle Dinge wie Blogbeiträge hineinpacken könnte.

Wenn ich einen Ausblick auf 2019 unternehme, dann sehe ich, dass es sogar noch stressiger werden wird als 2018, und zwar sowohl auf der Arbeit, als auch privat. Also, natürlich werde ich an den Beiträgen in der virtuellen „Projekte in Arbeit“-Kiste arbeiten (und diese hoffentlich auch fertig stellen), aber ich weiß auch, dass es mir nicht möglich sein wird, in den üblichen Museums-Foren herumzuhängen und daher auch nicht oft jemanden mit „Hey, wie wäre es, wenn Du darüber auf Registrar Trek schreibst?“ überreden kann, wenn ich über eine großartige Geschichte stolpere.

Ob praktisch oder theoretisch, wir brauchen Ihre/Deine Hilfe!

Nun liegt es an Ihnen. Ich bitte Sie, entweder Ihre Geschichten und Artikel beizusteuern oder andere zu ermutigen, die etwas getan haben, was hier präsentiert werden sollte. Ich kann mit dem Lektorat helfen und natürlich haben wir unsere Übersetzer an Bord, aber wir brauchen Sie, um uns mit Blogbeiträgen zu helfen!

Herzliche Grüße
Angela

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Die Wetterfeuerzwerge oder: Ein paar Gedanken über Sensoren – Teil 2

Picture by Alexas_Fotos via pixabay CC0

Es ist ein allgemeines Missverständnis, dass Sensoren grundsätzlich die Raumtemperatur und die relative Luftfeuchtigkeit erkennen können. Das können sie nicht. Es gibt keinen Wetterfeuerzwerg, der zu den Objekten spaziert und sagt: „Nun, hier haben wir eine relative Feuchtigkeit von 51%“. Ein Sensor misst Temperatur und Feuchtigkeit immer in der unmittelbaren Umgebung. Wenn er zwei Meter über dem Boden hängt, misst er dort wunderbare 51% und 21°C, während Ihre Objekte weiter unten hinter dem Glas einer Ausstellungsvitrine mit schlechter Lichtinstallation bei 28°C überhitzen und bei 34% vertrocknen. Möglichweise bekommt man Panik, wenn man die angezeigten 32°C in der Ausstellung erblickt, während dies tatsächlich nur durch direkte Sonneneinstrahlung auf den Sensor verursacht wird. Oder aber der Sensor wurde über einem Heizgerät angebracht und wird deswegen gegrillt.

Ein Problem bei der richtigen Platzwahl für die Montage eines Dataloggers ist, dass es nur in den wenigsten Fällen soetwas wie ein „Raumklima“ gibt. In den meisten Räumen gibt es mehrere Klimazonen: Es gibt eine Außenwand, die stets etwas kälter ist als der Rest des Raumes. Es gibt die eine Wand, die im Winter immer von 11 bis 14 Uhr und im Sommer von 9 bis 16 Uhr viel Sonnenlicht abbekommt. Es gibt den Bereich in der Nähe des Eingangs, in dem immer ein kühler und feuchter Luftzug herrscht, sobald jemand die Tür öffnet. Und es gibt noch die Ausstellungsvitrinen.

Alles in einem Raum tendiert stets nach einem Ausgleich, was bedeutet, dass sich alle Komponenten einem gemeinsamen Raumklima anzupassen versuchen. Aber gerade dadurch wird ein wechselhaftes und manchmal problematisches Raumklima erzeugt. Wärmere Luft störmt unvermeidlich in kühlere Bereiche, aber sobald sie dort ankommt, können sich eben die schönen 51% bei 21°C bald in die klimatischen Bedingungen der Außenwände von 68% bei 16°C umwandeln. 1

Um einen guten Überblick darüber zu bekommen, was an welcher Stelle in einem Raum oder einer Ausstellung geschieht, könnte man mehrere Sensoren zu platzieren. Doch wir kennen alle das Leben und den Museumsbetrieb: Mit großer Wahrscheinlichkeit stehen nie genügend finanzielle Mittel zur Verfügung. Was man aber auf jeden Fall machen kann, ist, mit seinem Datalogger zunächst in unterschiedlichen Raumbereichen zu messen, um einen besseren Überblick zu bekommen, was wo passiert. Dadurch lässt sich für die dauerhafte Platzwahl eines Dataloggers ein Bereich auswählen, der die besten Erfahrungswerte für die jeweiligen Objekte aufweist.

Das nächste Mal werden wir uns den Unterschied zwischen günstigen und teuren Sensoren anschauen, was – neben anderen Faktoren, wie etwa einer W-LAN-Kompatibilität – ausschlaggebend für die Quailtät des Datalogger ist.

Bleiben Sie dran für den dritten Teil dieses Beitrags!

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Edith Harmati.

  1. Fun fact: Aus diesem Grund bekommt man einen noch feuchteren Keller, wenn man versucht, diesen zu trocknen indem man die Fenster im Sommer öffnet – wohingegen man bessere Erfolgschancen hat, wenn man das gleiche im Winter tut.
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»Registrars Deutschland e.V.« bekommen
Riegel – KulturBewahren 2018

Berufsständischer Verein erhält den mit 2.200 Euro dotierten Preis

Am 8. November 2018 ist der „Riegel – KulturBewahren. Preis für Schutz, Pflege und Ausstellen von Kunst- und Kulturgut“ verliehen worden. Die mit 2.200 Euro dotierte Auszeichnung ging an den »Registrars Deutschland e.V.«

Abb. 1: Glückliche Preisträger – ausgewiesene Laudatorin: Professorin Dr. Susanne Kähler (Laudatorin), Nicole Schmidt und Volker Thiel (Registrars Deutschland e.V.) und Berthold Schmitt (Initiator „Riegel – KulturBewahren“) (v.l.n.r.)
© SchmittART / Foto: Hedwig Schweda


Perfekte Zeit- und Datenmanager
„Sie müssen auf dem neusten Stand sein, wissen, was ethisch ist, was rechtens ist und was sich rechnet. Sie brauchen ein strenges, waches Auge für das Detail aber auch Augenmaß, wenn es darum geht, finanzschwache Institutionen nicht mit übertriebenen Sicherheitsauflagen zu überfordern. Standfestigkeit und diplomatisches Geschick sind ebenso wichtige Eigenschaften.“ Mit diesen Worten skizzierte Laudatorin Susanne Kähler, Professorin für Museumskunde an der HTW Berlin, das Berufsbild der Registrars.

Zentrale Schnittstelle vielfältiger Funktionen
Der Verein Registrars Deutschland e.V. wurde 2004 gegründet, auch, um Bewusstsein und Verständnis für die Arbeit und die Bedeutung der Registrars in den Museen, Sammlungen und Ausstellungen aktiv zu fördern. Inzwischen hat der Verein mehr als 140 Mitglieder, die sich zu Jahresversammlungen, Workshops und Fortbildungen treffen. Die Vernetzung läuft auch auf internationaler Ebene.

Begründung für die Verleihung 2018
Zum Aufgabengebiet der Registrars gehört alles, was mit dem Bewegen und Lagern von Kunst- und Kulturgut in und zwischen Museen zu tun hat. Darüber hinaus umfasst das Berufsbild viele weitere Bereiche, darunter Transport, (inter-) nationaler Leihverkehr, Verpackung, Dokumentation und Registrierung sowie Inventarisierung, Sicherheit und Versicherung – Registrars sind perfekte Zeit- und Datenmanager (Kähler).
In Deutschland stehen die Registrars seit mehr als 30 Jahren für eine Fülle von handwerklichen, technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Abläufen rund um das Handling von Kunst- und Kulturobjekten aller Art. Trotz dieser zentralen Aufgabe arbeitet die Berufsgruppe vergleichsweise unsichtbar innerhalb der Kulturbetriebe. Die Auszeichnung Riegel – KulturBewahren will dazu beitragen, das Verständnis für Tätigkeit und Bedeutung der Registrars zu stärken. Eines dieser Ziele ist es, allgemein anerkannte Standards zu entwickeln und im gesamten Arbeitsbereich der Registrars durchzusetzen.

Volker Thiel und Nicole Schmidt, Vorsitzender bzw. stellvertretende Vorsitzende der Registrars Deutschland e.V., haben die mit 2.200 Euro dotierte Auszeichnung stellvertretend für die Registrars entgegen genommen. Beide waren sichtlich bewegt von der Aufmerksamkeit und Anerkennung, die der Riegel – KulturBewahren bietet.
An der Verleihung im Bach-Archiv Leipzig haben rund 70 Experten aus Museen, Verbänden und Fachfirmen teilgenommen. Die Veranstaltung am 8. November 2018 war eingebettet in die 5. internationale Tagung KULTUR!GUT!SCHÜTZEN! „Sicherheit und Katastrophenschutz für Museen, Archive und Bibliotheken“.


Herausragendes privates Engagement

Abb. 2: „Riegel – KulturBewahren“: Solider Schutz für Kunst- und Kulturgut
© SchmittART / Foto: Hedwig Schweda, Leipzig

Auch 2018 ist das Preisgeld in Gänze von privater Seite aufgebracht worden. Dabei handelt es sich um Unternehmen, deren Lösungen und Know-how dabei helfen, Kunst- und Kulturgut sachgerecht zu bewahren, zu schützen und auszustellen. Folgende Unternehmen fördern den „Riegel – KulturBewahren 2018“:

• ArchiBALD Regalanlagen GmbH & Co. KG, Dissen (Superior)
• Dussmann Service Deutschland GmbH, Leipzig (Sponsoring)
• hasenkamp Holding GmbH, Köln (Premium)
• IBB • Ingenieurbüro Bautechnischer Brandschutz, Leipzig (Premium)
• Image Access GmbH, Wuppertal (Classic)
• miniClima Schönbauer GmbH, Wiener Neustadt (Classic)
• SchmittART. Beratung │ Konzeption | Public Relations, Leipzig (Classic)
• Tandem Lagerhaus und Kraftverkehr Kunst GmbH, Frechen (Superior)
• Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH, Köln (Premium)

Der Riegel – KulturBewahren
Für das Erschaffen von Kunst gibt es viele Ehrungen. Geht es aber um das Bewahren von mobilem Kunst- und Kulturgut, findet man in Deutschland und in Europa wenig Vergleichbares, zumindest keinen dotierten Preis. Dies zu ändern, ist ein Anliegen des „Riegel – KulturBewahren. Preis für Schutz, Pflege und Ausstellen von Kunst- und Kulturgut“. Der „Riegel“ wurde erstmals im Jahr 2016 verliehen. Der Preis ist mit mindestens 500 Euro dotiert.

Die Verleihung des „Riegel – KulturBewahren 2018“ ist eine gemeinsame Initiative von SiLK – SicherheitsLeitfaden Kulturgut, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und SchmittART.

Die Auszeichnung ist eine Initiative der Fachzeitschrift „KulturBetrieb. Magazin für innovative und wirtschaftliche Lösungen in Museen, Bibliotheken und Archiven“ und des Onlineportals „KulturBewahren. Forum für Bewahrung, Pflege, Sicherheit und Präsentation von Kunst- und Kulturgut“.

Informationen / Kontakt
SchmittART, Wielandstraße 5, D-04177 Leipzig
Dr. Berthold Schmitt
Tel 0049 / 341 / 5296524
Mobil 0049 / 1522 / 2807125
mail@schmitt-art.de
www.riegel-preis-kulturbewahren.de

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Was so nicht im Arbeitsvertrag steht…

Samuel Schlange


Eine/r unserer Leser/innen entdeckte neulich diese etwa 90 cm lange Strumpfbandnatter im Depot. Die Schädlingspräventionsmaßnahmen umfassten dieses Mal unter anderem auch, das arme Kerlchen/Mädel von dem Packbandknäuel zu befreien, das an ihm/ihr kleben geblieben war.

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Die Wetterfeuerzwerge oder: Ein paar Gedanken über Sensoren – Teil 1

Foto von Brett_Hondow CC0 via pixabay

Wenn ich an meine frühe Kindheit zurückdenke, habe ich ab und zu das Bild meines Großvaters vor Augen, der vor einer sogenannten „Wetterstation“ steht – einer Holztafel mit drei Messgeräten aus Messing: Einem Thermometer, einem Hygrometer und einem Barometer. Behutsam pflegte er gegen die Glasabdeckung des Barometers zu klopfen, bevor er auf die Anzeige schaute.

Als Kind war ich fest davon überzeugt, dass er dabei einen kleinen Arbeiter in der Wetterstation weckt, der wiederum prüft, ob das Wetter trocken, regnerisch oder wechselhaft wird. Dies ergab für mich Sinn, da ich dachte, dass besondere Mächte für das Wetter verantwortlich sind: Die Wetterfeuerzwerge.

Nach den Abendnachrichten sagte der Nachrichtensprecher nämlich immer: „Und nun die Wetterfeuerzwerge für morgen“. Viel später erst fragte ich meine Mutter danach und sie erklärte mir, dass es nicht um „Wetterfeuerzwerge“ ging, sondern um die „Wettervorhersage“. Bis dahin war ich der festen Überzeugung, dass „Wetterfeuerzwerg“ ein gewöhnlicher Beruf sei, wie Feuerwehrmann, Bäcker oder Lehrer. Sie beobachten das Wetter und machen Prognosen. Zudem war ich der Meinung, dass es Zwerge sein müssten, weil sie ja in den kleinen Instrumenten wie einem Barometer wohnen müssen.

Nun fragen Sie sich sicherlich, worauf ich mit diesen Kindheitserinnerungen hinaus will? Nun, mein Großvater konnte sicherlich keine kleinen Wetterfeuerzwerge erwecken noch praktizierte er andere Arten von Magie. Durch das Beklopfen des Barometers, in dessen Innerem sich eine kleine Metalldose – ein sogenannter Aneroid – befindet, wollte er lediglich eine Tendenz ablesen. Wenn man nämlich gegen ein solches Barometer klopft, wird der Druck in der Dose auf einen Zeiger übertragen, der einem anzeigt, ob der Luftdruck steigt oder fällt. Ebenso wusste mein Großvater, dass die kleinen Markierungen, auf denen man etwa „sehr stürmisch“, „Regen“, „wechselhaft“, „klar“ oder „sehr trocken“ lesen konnte, nicht wortwörtlich zu verstehen waren. Im Winter konnte „klar“ oft bedeuten, dass es sehr kalt werden würde. Er schaute also nicht einfach nur auf das Barometer, er wusste auch, wie er die Anzeigen zu deuten hatte.

Springen wir zurück in das Jahr 2018: Oft habe ich Schwierigkeiten, einigen Kollegen die Nutzung und die Genauigkeit von Sensoren zu erläuten. Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf unsere Vorstellungskaft und unsere Erwartungen hinsichtlich Messgeräten gewissermaßen ihren Tribut fordern.

Es stimmt, auf Hygrometer bezogen, dass es wesentlich komplizierter ist, Feuchtigkeit zu messen als die genaue Temperatur. 1. Ein digitales Hygrometer zeigt für gewöhnlich Werte bis zu zwei Stellen nach dem Komma an.

Während man beispielswiese auf einem analogen Hygrometer eine Feuchtigkeit von über 50% ablesen würde, liefert das digitale Gerät einen exakten Wert von 51,23%. Das ist erstaunlich. Leider bedeutet dies nicht das, was viele Menschen darunter verstehen. Denn gerade weil ein so genauer Wert angegeben wird, nehmen viele an, dass die digitale Anzeige viel genauer ist, als das analoge Auslesen von Großvaters alter Wetterstation. Aber dies ist nicht zwangsläufig der Fall.

Auch wenn es sich um einen sehr guten digitalen Feuchtigkeitssensor mit einer 1,5%-igen Genauigkeit handelt, wäre ein Wert zwischen 50 bis ca. 52% gemeint. Wenn man dagegen einen etwas mäßigeren Sensor mit einer Genauigkeit von 5% nimmt, würde dies bedeuten, dass der angezeigte Wert zwischen einer tatsälcihen Feuchte von 46 bis 56% liegt. 2

Foto von Alexas_Fotos via pixabay CC0

Aber warum werden dann überhaupt zwei Stellen nach dem Komma angezeigt? Hat dies nur eine schmückende Funktion? Ja und nein. Um dies zu verstehen, müssen wir den Unterschied zwischen Genauigkeit und Auflösung verstehen – beides sind Angaben, die Sie finden werden, wenn Sie einen Datalogger oder einen Sensor kaufen.

Das, worüber wir gerade gesprochen haben, ist die Genauigkeit. Die Auflösung ist oft höher als die Genauigkeit. Ein Feuchtigkeits-Sensor kann zwar eine Genauigkeit von +/- 2% aufweisen, aber eine Auflösung von 0,1. Dies mag zunächst wie ein Widerspruch klingen, aber dem ist nicht so. Man möge sich hierzu einen kleinen Wetterfeuerzwerg vorstellen, der in der Lage ist, zu fühlen, wie feucht es ist.

Er sagt: „Es sind 52%“. Da wir nun wissen, dass dies einen Wert zwischen 50 und 54% bezeichnen kann, wird er, wenn wir ihn erneut hinaus schicken, in der Lage sein, uns zu sagen, ob es feuchter oder trockener wird als zuvor. Es wird ihm möglich sein, uns eine genauere Prognose zu geben als er dies bei der Einschätzung der allgemeinen Feuchtigkeit tun kann. Er wird sagen können: „Es wird feuchter, da es nun 52,1% sind“.

Während also die Stellen nach dem Komma hinsichtlich der allgemeinen Feuchtigkeit unbedeutend sind, können sie uns helfen, die Tendenz des Raumklimas sowie den Grad der Veränderung zu erkennen.

Wenn Sie eine halbe Stunde lang alle fünf Mintuendas Klima messen und dabei Werte auslesen wie: 52,1%, 52,3%, 52,2%, 52,1%, 52,2% und 52,1%, werden Sie andere Schlussfolgerungen ziehen, als bei einer Folge von Werten wie 52,0%, 52,2%, 52,3%, 52,4%, 52,6%, 52,8%. Während beide Zahlenfolgen nach wie vor bedeuten können, dass es allgemein 2% mehr oder weniger feucht ist als die Anzeige behauptet, zeigt die zweite Folge eine Tendenz an – dass etwas geschieht, was den Raum zunehmend feuchter macht. Verstehen Sie die Auflösung also als eine Maßeinheit, die Ihnen dabei hilft, Veränderungen zu erkennen – genauso wie Großvaters Barometer-Klopfen.

Demnächst werden wir der Frage nachgehen, ob Sensoren wirklich die Temperatur und die Feuchtigkeit in einem Raum darstellen können…

Bleiben Sie dran!

Hier geht’s zum zweiten Teil…
Angela

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Edith Harmati.

  1. Was auch der Grund dafür ist, dass Temparturanzeiger bereits für wenig Geld zu kaufen sind, während man ein kleines Vermögen in den Erwerb von guten Feuchtigkeitsmessgeräten stecken kann
  2. Fun Fact: Der prozentuale Wert, der bei Loggern +/- angegeben wird, ist nicht standardisiert. Also kann eine 5%-ige Genauigkeit bedeuten, dass der angezeigte Wert innerhalb einer Spanne von 5 Prozentpunkten liegt oder aber, dass der tatsächliche Wert vom angezeigten Wert sowohl 5% nach oben als auch nach unten abweichen kann. Sprich: Bei einer Anzeige von 51% könnte entweder eine Spanne von 48,5 bis 53,5% oder aber eine Spanne von 46 bis 56% gemeint sein. Da die meisten Hersteller von Dataloggern und Sensoren sich weigern festzulegen, was sie unter prozentualer Genauigkeit vertehen, gehe ich grundsätzlich von der schlimmeren der beiden Möglichkeiten aus.
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Lieblings-Werkzeuge: Der Nass-Trocken-Sauger

Oder: manche Helden tragen Stutzen

Kärcher WD 5.600 MP

Ich wollte schon lange eine Reihe von Texten schreiben über die Werkzeuge, die Registrare, Sammlungsmanager und Depotverwalter besonders lieben, aber irgendwie war ich nie dazu gekommen. Wie ich schon in einem der letzten Beiträge erwähnt habe, überraschte uns dieser Sommer mit heftigen Regenfällen und so beschloss ich, mit dem nie besungenen Helden undichter Dächer, geplatzter Rohre und schlecht schließender Tore zu beginnen: dem Nass-Trocken-Sauger.

Wie es der Name sagt, ist er für gewöhnlich so ausgestattet, dass er beides kann: Wasser UND trockenes Material aufnehmen. Das Problem: Er kann immer nur eine dieser Aufgaben auf einmal erledigen. Es ist deshalb empfehlenswert, einen Sauger nur für das Aufnehmen von Flüssigkeit zu nutzen. Wenn man sich keine zwei Sauger leisten kann, dann sollte man sich angewöhnen, den einen am Ende eines Arbeitstages immer zu leeren, damit man nicht aus Versehen schließlich den Tank voll matschigem Staub, Schmutz und Sägemehl hat, den man kaum geleerte bekommt.

Was muss man also bedenken, wenn man einen Nass-Trocken-Sauger kauft? Es gibt eine große Bandbreite an Preisen und Funktionsweisen, sodass, wie immer das „Kommt-darauf-an“ zu beachten ist. Dazu ein paar Überlegungen:

Das Volumen ist oft ein wichtiges Kriterium für den Preis, man muss sich also fragen, welcher Schadensfall am wahrscheinlichsten ist. Ein Dach, das gelegentlich tropft ist ein großes Risiko für die Objekte, hinterlässt aber meist nur kleine Pfützen. Dafür ist vermutlich ein kleiner Tank mit einer Aufnahmefähigkeit von 10-20 Litern genug, auch wenn man ihn dann ein paarmal leeren muss. Wenn der Verdacht auf ein nicht ausreichendes Entwässerungssystem fällt, bei dem das Wasser aus den Gullys und Toiletten (igittigitt) kommt, sobald es ein wenig mehr als üblich regnet, dann braucht man einen größeren Tank. Wenn das aber häufiger passiert oder große Wassermengen beteiligt sind, dann sollte man sich um eine Abwasserpumpe und eine Rückstauklappe kümmern.

Nilfisk Alto Aero 25

Danach sollte man die Handhabung beachten. Die Abbildung rechts zeigt das Gerät, das ich zu Hause habe. Da ich es primär für die Sauberkeit in der Werkstatt gekauft habe, hatte ich mich weniger um seine Fähigkeit Wasser auf zu nehmen gekümmert. Man muss nämlich, um den Tank zu leeren, das ganze Oberteil entfernen. Und, da es keinen Griff und keinen separaten Wasserauslass hat, muss man es hochnehmen und irgendwie in den Ausguss entleeren – bei einem Fassungsvermögen von 20 Litern ist das eine ziemliche Anstrengung.
Der gelbe Nass-Trocken-Sauger in unserem Depot auf dem Bild oben, hat einen Griff, der es erlaubt, den Tank wie einen Eimer (auf Rädern!) zu nutzen, sodass er sehr viel leichter gekippt und über dem Ausguss geleert werden kann. Noch besser: er hat einen Ablasshahn am Boden, sodass man weder das Oberteil abnehmen muss, noch ihn überhaupt kippen.

Apropos Räder: wenn man den Nass-Trocken-Sauger über weitere Strecken oder auf unebenem Grund bewegen muss, dann kann auch die Qualität der Räder und wie gut das Gerät sich bewegt ein entscheidender Faktor für die Kaufentscheidung sein.

Mit der Handhabung verwandt ist das Problem der Zeit bis zur Einsatzbereitschaft. Wie anfangs gesagt, am besten ist es, ein Gerät nur für die Nutzung als Nass-Sauger zu haben. Wenn das nicht geht kann es entscheidend sein, wie lange es dauert, den Staubsauger in einen Nass-Sauger zu verwandeln. Zum Beispiel: Bei dem blauen Gerät muss ich den Filterbeutel und den Filtereinsatz entfernen und einen extra Textilbeutel einsetzen, der über dem Motor als Fein-Filter dient, ehe ich Wasser aufnehmen kann. Wenn ich einen Schritt auslasse, zerstöre ich den Sauger. Bei dem gelben Gerät kann ich mit der Arbeit anfangen, sobald ich den Filterbeutel entfernt habe. In diesem Fall muss ich aber daran denken, dass ich den Filtereinsatz NICHT entfernen darf, da er den Motor schützt. Würde ich es machen wie bei dem Sauger zu Hause, würde ich ihn unvermeidlich zerstören.

Eng damit verwandt ist die Frage, ob der Sauger in allen Ecken des Depots oder Museums eingesetzt werden kann. Auch die Länge des Stromkabels kann ein Faktor bei der Entscheidung sein. Aber selbst wenn das Gerät ein langes Stromkabel hat, ist die Chance groß, dass es immer noch nicht lang genug ist für irgend eine entfernte Ecke des Depots. Man sollte es deshalb VOR dem ersten Unfall testen und es mit einer Kabeltrommel aufbewahren, das ein Kabel in genügender Länge hat.

Eine andere wichtige Frage ist die nach der Wartung. Das bedeutet, wie leicht das Gerät zu reinigen und zu reparieren ist. Manchmal findet man no-name Nass-Trocken-Sauger zum Schnäppchenpreis, man sollte aber sehr genau nachsehen, welche Teile wohl bald verloren gehen oder brechen. Der Stutzen sollte zum Beispiel eine Standardgröße haben, die man in jedem Handwerkermarkt bekommt, und nicht irgendein exotisches Kaliber, das nur im Nordwestlichen Schwarzwald Standard ist. Das gleiche gilt für Beutel, Filter und Schrauben. Alle Teile sollten leicht auseinandergenommen und gereinigt werden können, denn es ist ganz unvermeidbar, dass man etwas Merkwürdiges aufsaugt, das dann im Schlauch stecken bleibt. In dem Fall sollte es möglich sein, den Schlauch einfach zu entfernen und zu reinigen.

Ein paar Fallen sind nicht so offensichtlich: ich habe davon berichtet, dass der Filtereinsatz bei dem gelben Sauger im Gerät bleibt. Da ist aber zu bedenken: der Filtereinsatz aus einem strapazierfähigen Papier wird nass, wenn ich Wasser ansauge. Damit er trocknet, muss ich ihn nach dem Gebrauch herausnehmen. Einerseits muss ich daran denken, ihn wieder ein zu bauen, oder der nächste, der den Sauger benutzt wird ihn kaputt machen. Andererseits fühle ich mich nicht wohl, wenn ein tropfnasses Papierteil in Depot herumfliegt, da ich mich immer vor Schimmel fürchte. Ich werde also überlegen müssen, wie das Problem bei zukünftigen Käufen zu lösen ist.

Ihr Sauger wird vielleicht ein paar besondere Fähigkeiten benötigen, die wir noch nicht in Erwägung gezogen haben. Vielleicht haben Sie gelegentlich größere Wassermengen im Depot aber manchmal auch nur kleine Pfützen. In dem Fall sucht man vielleicht nach einem Sauger, der auch als Pumpe funktioniert, indem man einen zusätzlichen Schlauch anbringt, der das Wasser direkt in den Abfluss transportiert. Oder das Wasser befindet sich in Bereichen, die schwer zu erreichen sind, sodass man sich ein Teleskop-Ansaugrohr wünscht oder mehrfache, zusammensteckbare Ansaugrohre. Manchmal kann es auch nützlich sein, wenn man mit dem Gerät blasen kann, statt zu saugen (der Gelbe Sauger hat so eine Funktion). Was immer es sein mag, vergewissern sie sich, dass Ihr Superheld alle Superkräfte hat, die nötig sind.

Es ist ein Lieblingswerkzeug! Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie es nie für einen Notfall nutzen müssen.

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Brigitte Herrbach-Schmidt.

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Jetzt trink mer noch a Flascherl… Whiskey – Was wir tatsächlich taten.

Nach unserer Umfrage haben Sie sich vielleicht gefragt, was wir schlussendlich mit den Whiskey-Wagen gemacht haben?

Geleerte Whiskey-Flasche

Also, die bereits geöffnete Flasche leerten wir, da wir uns überlegten, dass der Whiskey höchstwahrscheinlich verdunsten und somit den Wagen beschädigen könnte. Der Pfropfen sah schon ein wenig verdächtig aus. Die verschlossene Flasche ließen wir unangetastet. Der Whiskey wurde nicht mitaufgenommen, da wir der Meinung waren, falls der Whiskey ein Forschungsobjekt werden sollte, könnten die Wissenschaftler immer noch den Whiskey aus der verschlossenen Flasche untersuchen. Selbstverständlich dokumentierten wir Alles in unserer Datenbank.

Völlige Offenlegung: Unser Whiskey-Experte sagte, dass Whiskey nicht besser wird oder mehr Wert erlangt, wenn er in Flaschen aufbewahrt wird, allerdings versicherte er uns, dass er immer noch gut sei. Seltsamerweise war keiner von uns bereit ihn freiwillig zu probieren.

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Lina Lassak.

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Registrar Trek auf dem Weg nach London

Ich bin ganz aufgeregt, weil ich auf der Europäischen Registrar-Konferenz in London sprechen darf, die von 17.-19. November stattfindet (das vollständige Programm gibt es hier: http://www.erc2018.org/programme/programme/). Ich werde das TECHNOSEUM (www.technoseum.de) vertreten, mein Thema ist “Sammlungsmanagement – wagenladungsweise“ oder „Wie man große Sammlungen in den Griff bekommt“. So kann ich nun all die guten und weniger guten Momente bei der Bearbeitung tausender von Objekten teilen, die meine Kollegen und mich fast erschlugen, als wir eine große Sammlung von Werbematerial annahmen, eine Sammlung eines ehemaligen Radio-Museums und eine Sammlung von Hörfunktechnik aus unserer Landesrundfunkanstalt. Außerdem wird das eine wunderbare Gelegenheit alte und neue Freunde zu treffen.

Ich hoffe dort einige von Ihnen persönlich zu treffen!

Angela

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Brigitte Herrbach-Schmidt.

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