Hilfe! Eine Bombe in meiner Sammlung!

Meistens geht man davon aus, das die Arbeit in einer Museumssammlung eine sichere Sache ist. Ich würde sagen, das stimmt auch meistens. Aber manchmal gibt es so Tage … Lesen Sie die Geschichte von Julie Blood, Sammlungs- und Ausstellungsmanagerin am Museum der San Joaquin County Historical Society in Lodi, Kalifornien.

Hand Grenade

Handgranate

Es war im August 2009. Ich arbeitete seit etwa 8 Monaten im Museum der San Joaquin County Historical Society als ich zusammen mit einem Ehrenamtlichen auf eine Schachtel stieß, die mit „Munition“ beschriftet war. Es war spät am Freitag Nachmittag und wir öffneten die Schachtel und fanden dort eine nicht gesicherte Eierhandgranate aus dem 2. Weltkrieg, eine japanische Mörsergranate und einen Kanister, von dem wir nach den Beschriftungen annahmen, dass er Pikrinsäure enthielt.

Als im Jahr 2000 eine ganze Sammlung Militaria dem Museum übergeben werden sollte, waren viele der möglichen Sammlungsobjekte von der Polizeibehörde von San Joaquin County inspiziert, entfernt und zur Detonation gebracht worden, da man sie für nicht sicher hielt. Aus unbekannten Gründen war die Schachtel mit diesen Objekten nicht inspiziert oder von der Polizeibehörde als sicher eingestuft worden. Bis heute weiß ich nicht, wie und warum diese Objekte ihren Weg in die Sammlung gefunden haben.

Japanese Mortar Round

Japanische Mörsergranate

Am Montag morgen habe ich die Polizeibehörde benachrichtigt und ein Angestellter kam, um sich das gleich an zu sehen, aber offensichtlich war militärisches Gerät nicht sein Spezialgebiet und ich wartete nur darauf, das er womöglich den Sicherungsstift zieht, oder etwas ähnliches. Es war ziemlich beängstigend … Schließlich sprach er mit seinem Vorgesetzten und so wurde der örtliche Luftwaffenstützpunkt verständigt. Von dort kamen Sprengstoffspezialisten um die Objekte mit zu nehmen, die wir natürlich auch sofort deakzessioniert haben.

Canister

Kanister

Nichtwissen ist manchmal ein Segen – das war das längste Wochenende meines Lebens! Seitdem benutzte ich diese Geschichte, um Dozenten, Ehrenamtlichen und Studenten, die zu Depotbesichtigungen kommen darauf hin zu weisen, welche Gefahren manchmal im Museum lauern. Ich hoffe, dass ich um Gotteswillen nie wieder etwas ähnliches finde – das ist sicher. Es hat uns wirklich einen großen Schreck eingejagt.

Julie Blood

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Brigitte Herrbach-Schmidt.

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This post is also available in: Englisch

6 Kommentare

  1. Kathy Karkut sagt:

    You never know what is in a donation until you unpack everything so be wary. I found five small bullets on the bottom in a box of nursing sisters regimental uniform buttons, badges, etc. from WWII. Of course they are live! Now on to locating the best place to have them deactivated.

  2. Anne L-S sagt:

    A former colleague had a story about care handling unseen/unknown items on a top shelf: she pulled a reed bundle to the edge of the shelf and something fell out and nicked her skin. It was a poisoned arrow (South Seas – New Guinea?); as it was over 100 years old she was not killed, just in bed for some three weeks.

  3. Christine Müller sagt:

    Auf der letzten ICOM-CC Konferenz im Sebtember in Melbourne wurde auch im Rahmen der Vorträge in Preventive Conservation über den Umgang mit Waffen und Munition im Museum of London berichtet.

  4. Jurgen sagt:

    I remember visiting a depot once, where they had a sea mine from the second World War in storage. Apparently a local archaeologist transported the thing in the trunk of his car from the Belgian coastline all the way to Brussels, on one of the busiest highways in Belgium. To my own surprise, the people managing the storage facility weren’t sure if the mine had already been defused. I sincerely hoped so, because I was standing next to the thing! In Belgium in the region of Ipres even nowadays farmers often plow up live ammunition (grenades etc.) form the First World War. We have a special military demining service (DOVO) specialised in destroying or defusing these ‚artifacts‘: http://www.mil.be/nl/eenheden/dovo (only in Dutch and French I’m afraid).

  5. Dan sagt:

    One of the first things I learned from my antique collecting uncle was that even if the weapon was a muzzle loader to always insert a rod into the barrel… Hundred year old gun powder can still ignite! Also be aware with stone tools, obsidian tools can be sharper than surgical knives

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