Fröhliche Weihnachten von Registrar Trek

Working on an installation of 173 coffee makers. Still more to come...

Aufbau einer Präsentation von 173 Kaffeemaschinen. Und es kommen noch mehr…

Die Sonderausstellungsfläche liegt verlassen da. Wo vor einer halben Stunde noch Objekte in Regale geräumt oder von Restauratoren gereinigt wurden, ist nun Ruhe eingekehrt. Der letzte Arbeitstag vor Weihnachten. Normalerweise der Tag, an dem ich Papiere und meine Gedanken ordne, Rückschau auf das vergangene Jahr und auf kommende Projekte halte und diese Gedanken mit ein paar Kollegen teile.

Dieses Jahr ist das anders. Weihnachten „erwischt“ mich mitten im Ausstellungsaufbau zu unserer neuen Sonderausstellung zum elektrischen Haushalt. Das ganze vergangene Jahr drehte sich um Staubsauger, Bügeleisen, Toaster, Küchenmaschinen, Haartrockner, Kaffeemaschinen… Über 1500 Objekte wurden ausgewählt, weit mehr nachrecherchiert und Angaben in der Datenbank in Ordnung gebracht. Nun geht es darum, dass jedes an seinen richtigen Platz kommt, sauber ist und seine korrekte Exponatbeschriftung erhält. Kein kontemplativer Arbeitsprozess, der zur Besinnlichkeit einlädt. Trotzdem will ich nicht auf meine ganz persönliche Rück- und Vorschau verzichten, zumal ich sie dieses Mal zum ersten Mal mit Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt teilen kann:

Neben den Herausforderungen der Sammlungsausstellung war das letzte Jahr vom Start und Wachstum von Registrar Trek bestimmt. Seit dem 2. Januar sind wir online und am Jahrestag wird es sicherlich hier noch eine ausführlichere Rückschau zum Geburtstag geben. Es ist großartig, dass sich aus einer verrückten Idee zweier Menschen binnen eines Jahres ein Projekt entwickelt hat, das so viele Kollegen weltweit kennen und unterstützen.

Christmas tree at the TECHNOSEUM: decorated with household appliances.

Weihnachtsbaum im TECHNOSEUM: dekoriert mit Haushaltsgegenständen… TECHNOSEUM, Foto Klaus Luginsland

Die Finanzkrise in Nordamerika und Europa ist vor allem im kulturellen Bereich spürbar und ich weiß, dass viele unserer Leser und auch einige Teammitglieder von Registrar Trek verzweifelt versuchen, wieder einen Arbeitsplatz im Sammlungsbereich zu bekommen. Wir können leider nicht mehr tun, als ihnen die Daumen zu drücken und viel Glück, Mut und Durchhaltevermögen zu wünschen.

Auch die, die in festen Arbeitsverhältnissen sind, müssen sich mit dem zunehmenden Druck von mehr Arbeit, die sich auf weniger Schultern verteilt auseinandersetzen, und das bei immer knapper werdenden Finanzmitteln. Eine schwierige Aufgabe, professionelles Selbstverständnis und finanzielle Notwendigkeiten unter einen Hut zu bringen. Lassen Sie uns bei dieser ganzen Problematik nie vergessen, dass der Sammlungsbereich bei weitem nicht der einzige Bereich ist, der von der Krise betroffen ist. Viele Diskussionen die ich im vergangenen Jahr in professionellen Gruppen und Mailinglisten verfolgt habe drehten sich darum, wie Geld an den falschen Stellen ausgegeben wird. Fast scheint es, als ob jeder Kollege es dem anderen neidet, wenn dieser ein Projekt finanziert bekommt. Ich persönlich denke, dass das kein erfolgverprechender Ansatz ist. Als Registrare, Sammlungsmanager, Depotverwalter, Magaziner und Dokumentare sitzen wir im selben Boot wie Restauratoren, Museumspädagogen, Besucherbetreuer, Aufsichten, Wissenschaftler, Öffentlichkeitsarbeiter, Verwaltungsangestellte… das Boot heißt „Museum“ und wir werden alle unsere verschiedenen Fähigkeiten brauchen, um Schiffbruch zu vermeiden.

...obviously, our marketing department likes the upcoming exhibition as much as we collections people do. Pictures by TECHNOSEUM

…ganz offensichtlich mag unsere Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit die kommende Sammlungsausstellung genauso gerne wie wir Sammlungsleute. TECHNOSEUM, Foto Klaus Luginsland

Lassen Sie uns also im neuen Jahr das tun, worin wir Sammlungsmitarbeiter am besten sind: Dinge übernehmen, die Liebe zum Detail erfordern, bei Papierkram und Organisation helfen und – im übertragenen Sinne – die blanken Nerven puffern und einpacken – die eigenen und die der Kollegen.

Ich bin wirklich froh, dass das Team von Registrar Trek aus Leuten aus unterscheidlichen Berufen besteht. Neben selbstredend Registraren und Sammlungsmanagern finden sich Restauratoren, Kuratoren, Marketingspezialisten, Besucherbetreuer und Leute aus völlig anderen Berufsfeldern. Die Vielfalt macht den Gedankenaustausch spannend und sorgt dafür, dass die Arbeit am Projekt Spaß macht. Für das neue Jahr haben wir schon ein paar spannende Geschichten und Artikel in der Pipeline, lassen Sie sich überraschen.

Nun werde ich noch etwas Müll zusammen sammeln und ein paar leer gewordene Paletten aufeinanderschichten, bevor ich in den Weihnachtsurlaub gehe. Aber zuvor, im Namen des gesamten Teams von Registrar Trek:

Fröhliche Weihnachten und ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Neues Jahr 2014!

Angela

Dieser Text ist auch auf Italienisch erhältlich, übersetzt von Silvia Telmon.

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