Der Registrar: Eine merkwürdige, bedrohte Tierrasse, die selten zu beobachten ist

Neulich las ich eine Email von Alana Cole-Faber, Registrarin bei den Hawaiian Mission Houses in Honolulu, Hawaii, USA. Der Zusammenhang spielt hier keine Rolle, aber ihre Worte waren:
„…wir, die wir im wörtlichen Sinne isoliert sind. Wie auf Inseln. Umgeben von Ozeanen. Wo Registrare eine merkwürdige, bedrohte Tierrasse sind, die selten zu beobachten ist.“

A registrar in his natural habitat: caring for collections. Thanks to Matt Leininger for the picture.

Ein Registrar in seinem natürlichen Lebensraum: er kümmert sich um seine Sammlung. Dank an Matt Leininger für das Bild.

Ich habe immer wieder über diese Worte nachgedacht. Alana arbeitet auf einer Insel, daher sind diese Worte auf ihre Position natürlich ganz besonders zutreffend. Aber ich finde, dass es auch eine brillante Beschreibung unserer Arbeit als Registrare, Sammlungsmanager und Depotverwalter allgemein ist.

Manchmal wenn ich durch die Regalreihen unseres Depots gehe, auf der Suche nach einem Objekt, das ausgeliehen werden soll und in der Datenbank mit „Standort unbekannt“ vermerkt ist, kann ich fast die Stimme von Heinz Sielmann hören: „Die Registrarin schleicht durch den Urwald der Objekte, auf der Suche nach ihrem Opfer. In einiger Entfernung am Gang sitzt ein Objekt zusammen mit Artgenossen. Es ahnt nicht, dass das Verhängnis naht. Die Registrarin nähert sich. Sie erstarrt, überprüft die Unterlagen und mit einer einzigen, zielgerichteten Bewegung schnappt sie sich das Objekt.“

Ein Blick auf die Zahlen

Doch Scherz beiseite. Ist es nicht wirklich so, dass der Registrar ein Tier ist, das selten gesichtet wird? Unsere meiste Arbeit wird hinter den Kulissen geleistet. So weit hinter den Kulissen, dass wir sogar außer Sichtweite und damit auch manchmal aus dem Sinn unserer Kollegen arbeiten. Ich habe eine nicht representative Umfrage in verschiedenen fachbezogenen LinkedIn-Gruppen gestartet1, um zu sehen, ob sich meine persönliche Einschätzung mit der Arbeitswirklichkeit anderer KollegInnen deckt. Die Frage war: „Als Registrar: Wie sieht Ihre normale Arbeit aus (mehr als 50% Ihrer normalen Arbeitszeit)?“ Hier sehen Sie das Ergebnis:

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Glücklicherweise sind die einsamen Wölfe, die ihr Revier ganz allein durchstreifen müssen in der Minderheit. Aber, um im Bild zu bleiben, Registrare sind auch keine Rudeltiere. Die Arbeit, die der Registrar zu erledigen hat, muss zu 71% von ihm alleine erledigt werden.

Der Einsiedler im Depot

Registrars often work concentrated behind the scenes.Thanks to Lisa Verwys for the picture.

Registrare arbeiten oft hochkonzentriert hinter den Kulissen.
Dank an Lisa Verwys für das Bild.

Wie ist es, alleine zu arbeiten? Ich möchte einen Kommentar von Antony Aristovoulou zitieren2, der ein bezeichnendes Schlaglicht auf die Situation wirft: „Ich wurde selten von denjenigen kontrolliert, die mich beauftragt hatten, noch zeigten sie Anzeichen von Interesse und so wurde es ein sehr einsamer Arbeitsprozess. Die Objekte wurden meine Freunde.“ Niemand wird bestreiten, dass es von Zeit zu Zeit großartig ist, allein im Depot zu sein. Als Registrar allein zu arbeiten bedeutet ein Ausmaß an Freiheit, das sich heutzutage nur noch sehr wenige Menschen leisten können. Je nach Architektur und Infrastruktur kann es sogar bedeuten, ohne Internet und Mobilfunkverbindung zu sein. Abgetrennt vom Rest der Welt, auf einer einsamen Insel.

Was sind die Konsequenzen? Allein zu arbeiten beinhaltet gewisse Risiken. Da sind einmal die rein körperlichen Faktoren. Es muss ein Sicherheitskonzept für diejenigen geben, die alleine arbeiten. Vor allem muss der- oder diejenige, die gezwungen ist, alleine zu arbeiten, jederzeit die Möglichkeit haben, nach Hilfe und Unterstützung zu rufen. Es muss gesichert sein, dass auffällt, wenn sie oder er in eine Situation gerät, in der sie oder er nicht mehr in der Lage ist, um Hilfe zu rufen. Eine Routine, dass er oder sie von Zeit zu Zeit angerufen wird, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist. Ein Handy, das er oder sie ständig bei sich trägt (natürlich nur, wenn Mobilfunkverbindung besteht). Eine Checkliste oder ein Procedere, das sicherstellt, dass niemand in den Lagerräumen eingeschlossen wird. Zusätzliche Kontrollrunden des Wachpersonals. All das sollte organisiert sein, bevor jemand seine Arbeit alleine aufnimmt.

Aber es gibt noch andere Gefahren, wenn man alleine arbeitet. Es ist sehr wahrscheinlich, dass niemand an den- oder diejenige denkt, die noch im Magazin ist, wenn alle zum Mittagessen gehen. Wichtige Informationen in Institutionen erfährt man oft in den Arbeitspausen bei einer Tasse Kaffee. Menschen, die kein Feedback erhalten oder die Möglichkeit haben, sich mit ihren Kollegen auszutauschen, neigen dazu, eigenbrötlerisch zu werden. Es ist zunächst einmal Aufgabe des Registrars selbst, diesen Tendenzen entgegenzuwirken, indem er oder sie die totale Isolation vermeidet und versucht, weiterhin an den gemeinschaftlichen Aktivitäten im Museum teilzunehmen. Aber es ist auch die Aufgabe seiner/ihrer Kolleginnen und Kollegen, die- oder denjenigen im Depot nicht zu vergessen. Letztendlich ist es auch Aufgabe derjenigen, die für die Arbeitsorganisation verantwortlich sind, dafür zu sorgen, dass Möglichkeiten geschaffen werden, damit die Beschäftigten sich untereinander austauschen können. Dies ist vielleicht der einzige Weg, der verhindert, dass der Registrar das „seltsame Tier aus dem Depot“ wird, sondern der Kollege bleibt. Gut, vielleicht der „Kollege mit dem seltsamen Job“, aber immer noch der Kollege.

Der Job: Spaßbremse sein

Giving clear directions of what to do and what not is part of the job.Thanks to Zinnia Willits for the picture.

Klare Anweisungen zu geben, was zu tun und was zu lassen ist, ist Teil des Jobs.
Dank an Zinnia Willits für das Bild.

Die Zahlen zeigen, warum sich Registrare isoliert fühlen, sogar innerhalb eines Teams. Das hat viel mit der Aufgabe des Registrars zu tun. Sie oder er ist für das Wohlergehen der Sammlungsobjekte verantwortlich. Das schließt mit ein, dass sie oder er oft „nein“ sagen muss, wenn es um Veranstaltungen und Ausleihen geht. Wenn der Direktor der Institution ein großes Fest in den Ausstellungsräumen veranstalten möchte, muss der Registrar seine Position verteidigen und sagen, dass das nur ohne Speisen und Getränke geht. Wenn das Marketing-Team Schülergruppen mit einem historischen Schulbus abholen will, wird der Registrar mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass das unmöglich ist. Wenn eine befreundete Institution eine Flagge aus dem Sammlungsbestand ausleihen und sie ohne Tastschutz im Eingangsbereich der Ausstellung aufhängen will, kann der Registrar nur den Kopf schütteln. Sie oder er agiert als Anwalt der Sammlungsobjekte, die eben nicht für sich selbst sprechen können. Obwohl auf dem Papier alle Museumsangestellten für das Bewahren von Sammlungsgütern für zukünftige Generationen verantwortlich sind, hat trotzdem oft der Registrar den schwarzen Peter. Aber der Registrar ist nicht der Direktor. Normalerweise ist er auch nicht der Abteilungsleiter. Das bedeutet, dass, obwohl die Verantwortung für die Sicherheit der Objekte auf seinem oder ihrem Schreibtisch ruht, nicht sie oder er selbst es ist, der oder die die letztendliche Entscheidung fällt. Dieser Fakt verstärkt das Gefühl der Isolation.

Für die Teammitglieder sieht die Sache anders aus: Ausstellungsmacher haben großartige Ideen für künftige Ausstellungen. Gestalter haben neue Ideen, wie Objekte präsentiert werden können. Marketingverantwortliche denken angestrengt darüber nach, wie man das Museum für Besucher attraktiver machen kann. Und dann kommt der Registrar daher und sagt einfach „nein“ zu ihren Ideen. Natürlich scheint es ihnen, als seien Registrare seltsame Tiere! Diejenigen, die einem jeden Spaß verderben! Aber die bittere Wahrheit ist: das ist der Job. Wenn der Registrar Glück hat, dann sind noch Restauratoren mit von der Partie, die seine Sichtweise unterstützen. Andernfalls kann er nur auf Richtlinien und Standards verweisen (was für den Rest des Teams ziemlich langweilig ist) oder Fälle präsentieren, wo etwas schief gelaufen ist, weil man nicht auf den Registrar gehört hat (was unterhaltsamer, aber nicht notwendigerweise überzeugender ist). Schlussendlich kann der Registrar nicht mehr tun, als seine Meinung darzulegen und den ganzen Entscheidungsprozess dokumentieren, um auf der sicheren Seite zu sein.

Eine bedrohte Art?

High-quality work is important - and needs enough time and money. Thanks to Sharon Steckline for the picture.

Qualitativ hochwertige Arbeit ist wichtig – und braucht Zeit und Geld.
Dank an Sharon Steckline für das Bild.

Also, ist der Registrar eine bedrohte Art? Tja, der Registrar ist wahrscheinlich nicht mehr und nicht weniger bedroht als andere Museumsprofis heutzutage. Wenn das Geld knapp wird, ist der Kulturbereich der erste, der mit einem Stirnrunzeln von Entscheidungsträgern betrachtet wird. Aber soweit ich das beurteilen kann, ist das nicht auf Sammlungsmanagement beschränkt. Politiker fragen gerne, ob ein Museum nicht von weniger Leuten betrieben werden kann oder ob man es überhaupt braucht. Tatsächlich haben in den letzten Jahren einige Länder außerhalb der USA bemerkt, wozu Registrare gut sind und haben mehr Arbeitsplätze in diesem Bereich geschaffen. Aber das ist nur ein Teil der Geschichte.
Ein anderer Teil ist, dass die Qualität unserer Arbeit wirklich bedroht ist. Wenn das Geld knapp ist, sind die Entscheidungen, wohin das Geld fließen soll, besonders schwierig. Und of bekommt das Geld der, der am lautesten schreit. Registrare, darauf trainiert, so unauffällig wie möglich zu agieren, werden mit ihren Bitten um archivtaugliche Verpackungen und Manpower dabei gerne überhört. Aber wieder ist das nur ein Teil der Geschichte.

In vielen kleineren Museen ist das Geld so knapp, dass es nicht die Entscheidung zwischen Archivkartons für die Sammlungsabteilung oder Anzeigenschaltung in der Zeitung ist, sondern die Entscheidung, ob man das Dach repariert oder eine Ausstellung veranstaltet. In diesen Fällen ist Arbeitskraft ein großes Thema3. Die Stelle mag mit „Registrar“ betitelt sein, beinhaltet aber wesentlich mehr. Er oder sie arbeitet gleichzeitig in der Besucherbetreuung, dient als Beschwerdestelle, verkauft im Shop und sitzt an der Kasse und macht gleichzeitig noch Ausstellungen. Das bedeutet aber auch, dass diese Person nicht so viel Zeit ins Sammlungsmanagement investieren kann, wie vielleicht notwendig wäre.

Andere Museen entscheiden, dass sie sich keinen Registrar im festangestellten Personalstamm leisten können. Sie stellen einen freiberuflichen Registrar ein, wenn sie ihn dringend benötigen. Das ist eine gute Idee, wenn es darum geht, neue Lagereinrichtungen zu planen, Beratungsleistungen zur Inventarisierung und Dokumentation gefragt sind, die Objekte für eine Sonderausstellung in guten Händen sein sollen4 oder ein bestimmter Sammlungsbestand erfasst werden soll. Anders sieht es aus, wenn die Institution in Besitz eines Sammlungsbestandes ist, der eine gewisse Größe überschreitet (es ist nicht einfach, hier eine Zahl anzugeben, es hängt von der Zielsetzung der Sammlung ebenso ab, wie davon, wie der Bestand von der Institution „genutzt“ wird). Sammlungsverwaltung ist ein Ganztagsjob. Die Idee, die Sammlung einen Registrar katalogisieren zu lassen und dann die Betreuung „jemandem neben seiner sonstigen Aufgaben“ zu übertragen oder zu sagen „alle sind für die Sammlung verantwortlich“, funktioniert nicht.

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Qualitätvolle Arbeit in Museen ist immer eine gemeinsame Anstrengung. Teamwork ist der Schlüssel. Dank an Matt Leininger für das Bild.

Ein Registrar ist mehr als eine menschliche Datenbank. Wenn Sie alle Sammlungsgegenstände hundertprozentig korrekt in Ihrer Datenbank haben (nennen Sie mir ein Museum, das das von sich behaupten kann), heißt das nicht, dass das so bleibt. Die Objekte im Blick zu behalten ist eine dauerhafte Anstrengung. Alles richtig in der Datenbank zu haben genauso. Sie können alle Museumsmitarbeiter einen Eid darauf schwören lassen, dass sie jede Objektbewegung in der Datenbank dokumentieren, Sie werden immer noch sehen, dass die Heilige Entropie auf magische Weise Unordnung in Ihre Bestände bringt. Ein guter Registrar behält das im Auge und arbeitet dagegen an. Aber das geht noch weiter… Wie in jeder Bibliothek gehen Dinge „verloren“, weil sie auf den falschen Standort zurückgestellt werden. Ein Registrar, der mit seiner Sammlung vertraut ist, wird eine Ahnung haben, wo er danach suchen muss – basierend auf seiner Erfahrung und auf dem Wissen, wer zuletzt mit dem vermissten Gegenstand zu tun hatte. Vergessen Sie nicht, dass Sie normalerweise nicht einfach einen Registrar unter Vertrag nehmen – sie heuern auch ein Elefantengedächtnis an.

Zuletzt: Ein Registrar, der lange Zeit für eine Sammlung verantwortlich ist, wird irgendwie mit ihr und ihrem Lagerungsort verschmelzen. Er oder sie entwickelt so etwas wie einen sechsten Sinn für Dinge, die nicht so sind, wie sie sein sollen: ein plötzliches Ansteigen der Luftfeuchtigkeit noch bevor jemand das Messgerät überprüft hat, ein Objekt, das nicht so aussieht, wie es immer ausgesehen hat, eine Stimme, die dem Registrar sagt, dass er nochmal um die Lagerhalle gehen soll, bevor er oder sie geht… Das ist etwas, was sich mit der Zeit entwickelt. Das bekommen Sie mit kurzfristigen Verträgen nicht, die nur über ein paar Monate oder ein Jahr laufen.

Schlußfolgerung

Wie wir gesehen haben, ist ein Registrar wirklich ein Tier, das selten zu beobachten ist. Eine gemeinschaftliche Anstrengung ist notwendig, um ihn nicht zur bedrohten Tierart werden zu lassen:

  • Für das Individuum: Alle, die im Museum arbeiten müssen darauf achten, dass der Registrar sicher ist, wenn er alleine arbeitet und darauf achten, dass er nicht vom Rest der Museumsgemeinschaft isoliert wird.
  • Für die Fachleute: Alle Kollegen müssen verstehen, was die Aufgabe des Registrars ist. Er oder sie will keine Spaßbremse sein, es ist seine / ihre Aufgabe, die Objekte zu schützen, damit auch zukünftige Generationen daran Freude haben.
  • Für das Museum: Verantwortliche müssen ernsthaft über den Stellenwert eines professionellen Sammlungsmanagements nachdenken. Es ist ein alter Hut, dass vorbeugende Bestandserhaltung und professionelle Lagerung auf lange Sicht Geld spart. Hier Gelder zu kürzen heißt höhere Ausgaben in der Zukunft in Kauf zu nehmen.
  • Für die Gesellschaft: Politiker, Kommunen und Steuerzahler allgemein sollten sich fragen, was ihnen Museen und Sammlungen wert sind. Wir wissen alle, dass ein Mensch, der sein Gedächtnis verliert, sich selbst verliert. Für eine Gesellschaft, die ihre Geschichte verliert, gilt das gleiche. Unser Erbe zu bewahren ist nicht einfach ein Kostenfaktor, es ist ein hoher Wert für unsere Gesellschaft.

Das sind einfach meine Gedanken zu diesem Thema. Nun muss ich gehen. Mir ist so, als hätte ich just in diesem Moment zwei undokumentierte Objekte etwas weiter hinten in diesem Gang gesehen…

Angela Kipp

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  1. Association of Registrars and Collection Specialists, Collections Management und Collection Preservation and Care, die Daten wurden zwischen dem 27.1. und 23.2.2013 erhoben.
  2. Der Kommentar wurde zur oben genannten Umfrage in der LinkedIn-Gruppe „Association of Registrars and Collection Specialists“ auf www.LinkedIn.com gepostet.
  3. Als ich in der LinkedIn-Gruppe „Collections Management“ fragte: „Aufruf an alle Museumsmitarbeiter, die für Sammlungsmanagement und Registrierung verantwortlich sind: Was sind die Hauptprobleme in Ihrem job?“ antworteten überwältigende 50% „Arbeitskräfte“, noch vor „Geld für Klimatiesierung, Sicherheit usw.“ (16%), „Geld für Verpackungsmaterial, Regale, usw.“ (12%), „Schenkungen/Stiftungen“ (10%) und „Ausleihen“ (9%). Die Diskussion ist recht aufschlußreich und hebt hervor, mit welchen Problemen Sammlungsmanagement zur Zeit konfrontiert ist: http://www.linkedin.com/groupItem?view=&gid=3280471&type=member&item=175582165&qid=4a59729e-7bf2-4bb6-8b6b-e2883014a660&trk=group_search_item_list-0-b-ttl
  4. Ich empfehle, immer einen Registrar im Team zu haben, wenn es um eine Ausstellung mit einer gewissen Anzahl Originale geht. Siehe hierzu: „5 Tipps zum Umgang mit Registraren“ http://world.museumsprojekte.de/?p=24
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5 Kommentare

  1. Thank you very much for the well-reasoned and well-expressed article. You have hit the proverbial nail on the head – articulating the very things that I and our Archivist try to express nearly every day. I hope you do not mind that I am sharing this article with my department head and other colleagues.

    ______________________________

    Deutsch:

    Danke für den durchdachten und gut ausgedrückten Artikel. Du hast den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf getroffen – das deutlich auszusprechen, was ich und unsere Archivarin fast jeden Tag versuchen, auszudrücken. Ich hoffe, dass es Dich nicht stört, wenn ich diesen Artikel mit meinem Abteilungsleiter und anderen Kollegen teile.

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    Español:

    Muchas gracias por este bien razonado y bien expresado artículo. Has dado proverbialmente en el clavo, articulando esas mismas cosas que nuestros Archivistas y yo tratamos de expresar cada día. Espero que no te importe que yo comparta este artículo con mi jefe de departamento y con otros colegas.

    • Angela sagt:

      Hi Sharon,

      feel free to share it with whoever you like, I’m always glad if something I wrote is useful to somebody 🙂

      Best,
      Angela

      ________________________________

      Deutsch:

      Hallo Sharon,

      Du kannst diesen Artikel selbstverständlich mit jedem teilen. Ich bin immer froh, wenn man etwas, das ich geschrieben habe, brauchen kann.

      Beste Grüße
      Angela

      ______________________________

      Español:
      Hola Sharon:

      Siéntete libre de compartir esto con quien te plazca, que yo siempre estaré feliz si algo que yo escriba resulta útil para alguien 🙂

      Saludos,
      Angela

  2. Registrars who say „NO“ are destined to be isolated. Registrars who say „How can I help you achieve what you want“ will always be accepted as part of the team.

    Registrare, die „NEIN“ sagen, sind dazu bestimmt isoliert zu werden. Registrare, die sagen „Wie kann ich Dir dabei helfen, dass Du erreichst, was Du willst“ werden immer als Teil des Teams akzeptiert werden.

    ______________________________

    Español:

    Los registradores que dicen „NO“ están destinados a permanecer aislados. Los registradores que dicen „¿Cómo puedo ayudar a conseguir lo que quieres?“ siempre serán aceptados como parte del equipo.

    • Angela sagt:

      Thanks for the comment, Paul.
      There’s a YES and a NO to this.

      YES, “how can I help you achieve you what you want” is generally the first thing to ask. And indeed, I know hardly any registrar who doesn’t in the first place. Take as proof many discussions on field related mailing lists of registrars where the question is how to find a compromise that is good user/visitor experience but still safe for the artifacts.

      But

      NO, this can’t include foul compromises. The problem is that often our voice is not heard or not taken serious. We say: we can’t allow food and drinks in the galleries, we suggest making the party in the lobby and have a guard at the entrance to the galleries who safeguards that no food is taken there. We hear: No, our guests will behave and it will be good user experience to eat popcorn and drink coke while looking at the artworks. After the event, who has to record the damages? Who has to suggest conservation measurements because there is popcorn trampled into the historic carpet or someone spilled his coke over the sculpture (leaving BTW a not to restore damage)? Right, the registrar. And who is turned down when asking for money to pay for the conservation and for the pest management needed? Right, the registrar.

      So we have kind of a catch 22 situation here: either we say no at the beginning and our voice isn’t heard because that’s bad teamwork. Or we suggest how to make it safe and are ignored because one thinks it’s too expensive/complicated what we suggest. Or we say yes to each and everything. The outcome is always the same: we have to care for the issues and damages all the same.

      Regarding teamwork: there are good teams and bad teams. Some respect their registrar and his job, some don’t. So it’s neither always like I stated it here, nor is he always accepted as part of the team. It always depends on many factors and our problem is that the job we have to perform is the one few other museum professionals will back up. Well, they will back up it verbally in Sunday speeches but not in their daily actions.


      ______________________________

      Deutsch:

      Danke für die Anmerkung, Paul.
      Dazu kann man JA und NEIN sagen.

      JA, “wie kann ich Dir dabei helfen, das zu ermöglichen, was Du erreichen willst” ist natürlich die erste Frage, die man stellen sollte. Und tatsächlich kenne ich kaum einen Registrar, der das nicht tut. Als Beweis mögen zahlreiche Diskussionen in einschlägigen Mailinglisten von Registraren dienen, in denen oft die Frage gestellt wird, wie man einen Kompromiss finden kann, der immer noch den Besuchern eine gute Erfahrung vermittelt und trotzdem für die Objekte sicher ist.

      Aber

      NEIN, das darf keine faulen Kompromisse einschließen. Das Problem ist, dass unsere Stimme oft nicht gehört wird oder nicht ernst genommen wird. Wir sagen: wir können nicht erlauben, dass im Ausstellungsraum gegessen und getrunken wird. Wir schlagen vor, dass die Party in der Lobby stattfindet und eine Aufsicht am Zugang zu den Ausstellungsräumen aufpasst, dass niemand Essen und Trinken mit hinein nimmt. Wir bekommen zu hören: nein, nein, unsere Gäste wissen sich zu benehmen und es wird eine großartige Erfahrung für die Besucher sein, wenn sie Popcorn und Cola konsumieren können, während sie sich die Ausstellung ansehen. Wer muss nach dem Event die Schäden aufnehmen? Wer muss Restaurierungsmaßnahmen vorschlagen, weil Popcorn in den historischen Teppich getrampelt wurde oder jemand Cola über die Statue gekippt hat (ein im Übrigen nicht rückgängig zu machender Prozess)? Richtig, der Registrar. Und wessen Antrag auf mehr Geld für Restaurierungsmaßnahmen und erforderlich gewordene Schädlingsbekämpfung wird wieder abgeschmettert? Richtig, der des Registrars.

      Wir haben hier einen X-Haken wie in Catch 22: Entweder wir sagen am Anfang „nein“ und man übergeht uns, weil das schlechtes Teamwork ist. Oder wir haben einen Alternativvorschlag, der für die Exponate sicher ist, dann wird er ignoriert, weil er zu teuer oder zu kompliziert ist. Oder wir sagen zu allem ja und Amen. Das Ergebnis ist immer das gleiche: wir müssen uns so oder so um die Probleme und Schäden kümmern.

      Was das Teamwork betrifft: es gibt gute Teams und schlechte Teams. Manche respektieren den Registrar und seine Aufgabe, andere nicht. Weder ist es immer so, wie ich es gerade beschrieben habe, noch wird der Registrar immer als Teil des Teams akzeptiert. Das hängt immer von unterschiedlichen Faktoren ab und das Problem liegt darin, dass der Job, den wir zu machen haben, von wenigen anderen Museumsleuten unterstützt wird. Naja, in Sonntagsreden wird unsere Position gerne unterstützt, aber nicht in der tagtäglichen Arbeit.

      ______________________________

      Español:

      Gracias, Paul, por tu comentario.
      Hay un SÍ y un NO involucrados.

      SÍ, “¿Cómo puedo ayudarte para que logres lo que quieres?” es generalmente la primera cosa a preguntar. Difícilmente conozco a algún registrador que no ponga eso en primer lugar. Toma como evidencia muchas discusiones al respecto, referidas en las listas de correo web de registradores, donde la pregunta es ¿Cómo lograr que el usuario/visitante tenga una buena experiencia, que sea a la vez segura para los objetos?

      Pero

      NO, no se puede permitir que se violen los compromisos adquiridos. El problema es que frecuentemente nuestra voz no es escuchada ni tomada en serio. Decimos: no podemos permitir comidas y bebidas en las salas, y sugerimos hacer la fiesta en el lobby poniendo guardias a la entrada de las salas que cuiden que no se consuman alimentos allí. Escuchamos: No, nuestros invitados se comportarán y serán buenos visitantes y no van a entrar comiendo palomitas de maíz y Coca-Cola mientras observan las obras de arte. Y luego del evento, ¿quién ha de registrar los daños? ¿Quién ha de sugerir que se tomen medidas de conservación porque hay palomitas de maíz pisoteadas sobre la alfombra histórica, o porque alguien derramó su Coca-Cola sobre una escultura (dejando, por cierto, un daño sin reparar)? Correcto, el registrador. ¿Y a quién se rechaza cuando se trata de solicitar dinero para pagar una restauración o para el control de insectos? Correcto, al registrador.

      Así que, o decimos no desde el principio y que nuestra voz no sea escuchada porque atenta contra el trabajo en equipo, o sugerimos cómo hacerlo de manera segura, pero para ser ignorados, porque alguno piensa que es demasiado costoso/complicado eso que se sugiere. O decimos sí a todo. El resultado es siempre el mismo: tenemos que cuidar por los bienes y por los daños.

      En relación con el equipo de trabajo, hay buenos equipos y malos equipos. Algunos respetan a sus registradores y su trabajo, otros no. Así que ni es siempre como lo he dicho acá, ni se es siempre aceptado como parte del equipo. Siempre depende de muchos factores, y el problema es que el trabajo que tenemos que ejercer es uno al que pocos colegas del museo querrán respaldar. O bien lo respaldarán verbalmente en un discurso de domingo, pero no en sus acciones diarias.

      Gracias por el comentario, Paul.
      Por ello, no se puede decir simplemente sí y no.

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