Richtig Gefälscht: Auf der Spur eines Kunstfälschers Teil 1

Wenn ich an bemerkenswerte Geschichten von Registraren denke, fällt mir immer die Geschichte des Kunstfälschers Mark Landis ein. Registrar Matthew C. Leininger hat seine Fälschungen entdeckt und versucht ihm seither auf der Spur zu bleiben. Ich bin sehr froh darüber, dass Matt sich bereit erklärt hat, hier diese Geschichte zu erzählen. Wir machen das als Fortsetzungs-Detektivgeschichte aus dem richtigen Leben, also bleiben Sie dran! Sie können einige der Fälschungen Landis in diesem youtube video sehen. Landis treibt noch immer sein Unwesen, deshalb finden Sie in jedem Artikel sein Bild und alle bis jetzt bekannten Decknamen. Es ist unser Ziel, die Museumswelt über diesen Fälscher und seine Masche zu informieren. Wenn Sie ihn erkennen: informieren Sie Matt Leininger darüber. Danke – Angela.

Was ich Ihnen nun erzähle, sind meine persönlichen Erfahrungen mit dem, den die New York Times einmal als den „produktivsten Kunstfälscher unserer Zeit“ bezeichnet hat.
Ich war Registrar und Abteilungsleiter am Oklahoma City Museum of Art (OKC) als 2008 alles anfing.

Bild: LSU University Art Museum

Mark Landis
Ebenfalls bekannte Decknamen:
2009 – Steven Gardiner
2010 – Father Arthur Scott
2011 – Father James Brantley
2012 – Mark Lanois

Registrare sind die wahren Hüter der Sammlungen und mit der Zeit geht ihnen ihre Erfahrung in Fleisch und Blut über, was sich auszahlt, wenn sie Sammlungen überprüfen, besonders, wenn Sie von Spendern kommen, die ihnen undurchsichtig erscheinen. Am 7. August 2008 zahlte sich meine berufsübliche Sorgfalt und mein kritisches Auge in einer Art und Weise aus, die ich damals noch nicht einmal erahnen konnte, denn an diesem Tag entblößte ich Mark Augustus Landis aus Laurel, Mississippi. Landis hatte dem OKC früher im Jahr 2008 ein Aquarell „von“ Louis Valtat geschenkt. Wir waren so begeistert von diesem seltenen Stück, dass wir es ohne weitere Recherche mit einem Passepartout und einem Rahmen versahen und im Ausstellungshaus ausstellten. Wir waren nicht nur von dieser Schenkung begeistert, sondern auch davon, dass uns Landis mehr Kunstwerke und Geld für eine Stiftung in Aussicht gestellt hatte. Es war Mai 2008 als wir den Valtat erhielten. Im Juli 2008 kam Landis zu einer Zeit zu uns ins Museum, als eine der bislang schwierigsten Ausstellungsvorbereitungen im Gange war. Mir wurde gesagt, ich solle alles stehen und liegen lassen und mich zusammen mit dem Chefkurator und dem Direktor um Landis kümmern. Es waren aufreibende zweieinhalb Tage, um es noch gelinde auszudrücken. Die Mitarbeiter fanden Landis nicht nur undurchsichtig, irgendetwas stimmte mit ihm nicht, kein gutes Gefühl, wenn Sie verstehen, was ich meine? Er hatte eine Blankovollmacht für unseren Laden und luden ihn zum Mittagessen ein, er rührte es aber nicht an. Der Chefkurator brachte ihn zum Flughafen für seinen Rückflug nach Laurel (habe ich erwähnt, dass Landis seine Anreise, sein Hotelzimmer und seine Mahlzeiten selbst zahlte?). Landis schlief am Gate ein und jemand klaute seine ganzen Sachen! Wir mussten noch einmal zum Flughafen fahren und ihm dabei helfen, noch einmal zu buchen, damit er nach Hause konnte.
Ich habe den 7. August erwähnt und ich erinnere mich sehr gut daran. Wir bereiteten uns darauf vor, die fünf neu geschenkten Werke in Empfang zu nehmen und unserem Sammlungsausschuß für die Aufnahme in die Sammlung vorzustellen. Ich recherchierte und man höre und staune das Savannah College of Art and Design hatte genau das gleiche Paul Signac Aquarell erhalten, geschenkt von Landis, im gleichen Zeitraum, in dem er auch im OKC war. Dann kam ein Gemälde Öl auf Holz von Stanislas Lepine. Dieses Werk tauchte in einer Presseerklärung auf der Website des St. Louis University Museum of Art auf. Hmm, jawohl, eine Schenkung von Landis. Ich war auf etwas gestoßen. Ich recherchierte die letzten drei und fand sie ebenfalls in anderen Sammlungen in den Vereinigten Staaten. Nachdem ich Landis‘ Spur die letzten fünf Jahre verfolgt habe, habe ich gut über einhundert Fälschungen in zwanzig US-Bundesstaaten und über 50 Institutionen ausmachen können, die Schenkungen von Landis waren… und ich bin der einzige, der Landis enttarnt und seine Masche national und international bekannt gemacht hat.
Das ist nur der Anfang und ich habe mit diesem Eintrag gerade mal an der Oberfläche gekratzt. Ich danke Angela Kipp für die Einladung hier mitzuschreiben und ich hoffe, dass Sie alle Spaß daran haben, dass ich Sie in meine Akten sehen lasse und weiter mitlesen, wenn ich die ganze Geschichte über Mark Landis erzähle.

Bleiben Sie dran,

Matt

Dieser Beitrag ist auch auf französisch erhältlich, übersetzt von Kelsey Brow.

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4 Kommentare

  1. elise brink sagt:

    If this forger „gifted“ all these paintings, what did he get out of it?…. a free lunch and some museum store freebies? I am just confused by what I read, I guess.

    Thanks

    ______________________________

    Español:

    Si este falsificador „donó“ todas estas obras, ¿qué le hizo salir de ellas? …. ¿un almuerzo gratis y algunos regalos de la tienda del museo? Estoy confundida por lo que he leído, supongo.

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    Deutsch:

    Wenn dieser Fälscher seine ganzen Fälschungen „geschenkt“ hat, was hatte er davon?… Ein kostenloses Mittagessen und einige Werbegeschenke aus dem Museumsshop? Ich bin nur verwirrt von dem, was ich hier lese, vermute ich.
    Danke

    • Matthew Leininger sagt:

      There is much more to share on Landis. I am glad to see your reply and I can guarantee that after this blog has ended, you will no longer be confused but ask yourself, seriously… what was this forger really up to? -M

      ______________________________

      Español:

      Hay mucho más que decir sobre Landis. Me contenta ver tu comentario y puedo garantizar que luego de que esta historia haya terminado, ya no estarás confundida, pero pregúntate seriamente… ¿qué era lo que este falsificador estaba realmente tramando? -M

      ______________________________

      Deutsch:
      Es gibt noch wesentlich mehr zu Landis zu sagen. Ich bin froh, dass sie nachfragen und ich verspreche Ihnen, dass sie am Ende dieses Blogs nicht mehr verwirrt sein werden, sondern sich fragen werden, mal ehrlich… auf was war dieser Fälscher eigentlich aus?

    • Angela sagt:

      That’s exactly why I find this story so disturbing… and worth telling.
      Best,
      Angela

      ______________________________

      Español:

      UPDATE. Esa es exactamente la razón por la que esta historia me parece tan inquietante … y que vale la pena contarla.
      Saludos,
      Angela

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