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Nomenclature 17.2 – die Vision eines Registrars

CC0 - by Master Tux via pixabayWährend ich in unserer Datenbank Fotos beschneide und Dinge umbenenne taucht vor meinen Augen eine wunderbare Vision auf – so wie die Grillgabel, die als Pfanne / Rösten katalogisiert war. Es geht um meine Vision für das unhandliche, schlecht gebundene grüne Buch, das mir sagt, wie ich ein Objekt nennen darf – oder nicht. Für ein Kind der Mitte del 20.Jahrhunderts sind einige der Dinge schwer zu identifizieren. Deshalb sehe ich vor mir eine digitale Version von Nomenclature. Wenn jemand bereit wäre, irgendwo die nötigen Mittel auf zu gabeln bekäme man etwas, das wie „Leafsnap“ funktioniert: man fotografiert etwas mit seinem Handy und zeigt es dem Nomenclature 17.2 Programm. Darauf sagt es: aha! Und Du sagst Heureka! Das Programm verrät Dir dann nämlich, wie das Objekt zu benennen ist. Wäre das nicht cool?

Anne T. Lane

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Brigitte Herrbach-Schmidt.

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Worauf man sich verlassen kann: Fachmann hoch 2

Sich über Dinge zu unterhalten, ganz gleich welche es sind, ist leichter, wenn alle Beteiligten genau wissen, wie bestimmte Dinge benannt werden.
Hier ein mögliches Szenario:

flowerBei der Jahresversammlung des Gartenvereins „Jedermann“ ist auch eine Pflanzen-Tauschbörse vorgesehen. Einige der Mitglieder stehen um einen großen Topf, in dem etwas Grünes, zart und haarig mit tief roten Blüten wächst. Frau Seifenwürze ruft: „Oh, daran erinnere ich mich, es wuchs im Garten meiner Großmutter. Es ist der behaarte Purpurbecher!“ Herr Thymian streicht sein Kinn und grummelt: „Nein, nein, mein Bruder baute das gewerbsmäßig an, das sind Kaminrote Fingerblätter, das weiß doch jeder.“ „Karminrot“ brummelt seine Frau, die Lehrerin gewesen ist. „Als ich ein Kind war machte übrigens meine Mutter Tee aus den Blättern und nannte das Falsche Kamille.“
An dem Punkt beschlossen sie, Dr. Grünpflanz zu befragen, den Spezialisten für Pflanzenanbau an der Universität. „Sie haben alle Recht,“ war seine Antwort, „das sind alles volkstümliche Bezeichnungen für Jargonius confusus bzw. Gemeines Anderblatt. Wahrscheinlich hat es in anderen Weltgegenden auch noch andere Namen und diese Bezeichnungen werden möglicherweise auch für mehr als eine bestimmte Pflanze verwendet. Wenn man diese bestimmte Pflanze aber irgendwo in der Welt bestimmen will, dann kann ihr zweiteiliger wissenschaftlicher Name sie eindeutig kennzeichnen.

Der Experte verwendete eine Art „Kontrolliertes Vokabular“, in diesem Fall das System der binomischen Nomenklatur, das wir alle aus dem Biologieunterricht kennen. Es erlaubt Wissenschaftlern in der ganzen Welt, unabhängig von ihrer Muttersprache, exakt zu wissen, welche Art Pflanze oder Tier dieser „jargonius confusus“ ist.

Wechseln wir nun zum Museum: wir haben eine Sammlung von Möbeln, Glasbehältern und Instrumenten aus einer Arztpraxis geschenkt bekommen. Ich habe keine Ahnung, wie die Mehrzahl dieser Objekte genannt wird. Zum Glück ist unser Hausarzt auch schon lange ein Freund der Familie. Ihn bitte ich, mir zu sagen, was dieses „verchromte Dingsbums mit einem herausstehenden Draht und einem kleinen Gummiball am Ende“ wirklich ist. Er brachte einen befreundeten pensionierten Arzt mit, der mit genau den Instrumenten praktiziert hatte, die mit der Schenkung ins Museum kamen. Den beiden macht es großes Vergnügen die Sammlung durch zu sehen. Manchmal benennt einer ein Ding so und der andere anders. In der Regel können sie sich aber einigen, so dass ich vernünftiger Weise annehmen kann, dass die Bezeichnung, die ich im Inventar festhalte das wissenschaftlich Äquivalent zum Purpurbecher im Blumentopf ist.

Damit sind wir aber noch nicht am Ende: Die meisten Museen verwenden, um die Verständigung über ihre Objekte zu erleichtern kontrollierte Wortlisten. Viele verwenden ein Buch, das „Nomenclature“1 heißt und in dem der Autor die Objekte nach ihrem Gebrauch klassifiziert hat. Es gibt 10 Kategorie, wie „Möbel“ oder „Werkzeuge und Ausrüstungen für die Kommunikation“ und dort dann wieder zahlreiche Unterkategorien wie „Bettzeug“ und „Bodenbelag“ oder „Ausrüstung für schriftliche Kommunikation“. Wenn man einen dieser Unterpunkte aufschlägt erhält man jeweils eine lange Wortliste. Das sind die zugelassenen Begriffe für die Gegenstände aus dieser Untergruppe. So ist gewährleistet, wenn ich ein Museum anrufe und sage, dass ich einen Esszimmerstuhl ausleihen möchte, dass ich dann keinen Dielenstuhl bekomme. Und wenn ich nach einem Sofa frage bekomme ich nicht etwas, das nur an einem Ende eine Lehne hat. Schwierig wird es aber, wenn man nur einen Namen für das Objekt hat und dieser nicht in dem Buch verzeichnet ist. Manchmal muss man dann einfach den nächstgelegenen nehmen und den Begriff, den man verwenden möchte in der Beschreibung unterbringen. In der besten aller Welten gäbe es auch Begriffserklärungen in der „Nomenclature“. Da dies aber nicht der Fall ist muss ich oft zum Wörterbuch greifen oder zum Art & Architecture Thesaurus des Getty-Museums2, einem wunderbaren online-Wörterbuch, das auch Definitionen bietet. Oder aber ich verlasse mich, wenn ich in der Klemme stecke, auf einen Fachmann – am besten aber auf zwei.

Anne T. Lane

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Brigitte Herrbach-Schmidt.

  1. „Nomenclature“ ist ein kontrolliertes Vokabular für die Klassifikation von Kulturgütern, es wurde von Robert G. Chenhall zusammengestellt und 1978 erstmals veröffentlicht. Seitdem wurde es mehrfach überarbeitet und ist in den USA das Standardwerk für die Klassifizierung von Kulturgütern. Vor kurzem erschien die Version 4.0:
    Paul Bourcier, Heather Dunn and The Nomenclature Task Force (ed.): Nomenclature 4.0 for Museum Cataloging, Robert G. Chenhall’s System for Classifying Cultural Objects, 4th Edition, Lanham: Rowman & Littlefield Publishers /AASLH 2015.
  2. Die Getty Wörterlisten, einschließlich des „Art & Architecture Thesaurus“ findet man hier: http://www.getty.edu/research/tools/vocabularies/. Sie können kostenlos genutzt werden.
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Direkt ab Lager – Mach den Deckel drauf

lotus_closedSagen wir, Sie kaufen ein Dingsbums, das in einer Schachtel geliefert wird. Diese schützende Kiste hat vielleicht bunte Bilder von dem drauf, das sich darin befindet, eine Anleitung, wie man es in Betrieb nimmt und benutzt und Barcodes, mit denen der Hersteller, der Zusteller und der Laden den Lagerbestand und das einzelne Stück im Blick halten. Wenn die Schachtel nicht mehr gebracht wird, macht man sie flach und übergibt sie dem Recycling.

Denken Sie jetzt einmal, sagen wir, fünfzig Jahre weiter. Sie geben das Dingsbums an ein Museum. Was macht das Museum? Es packt das Ding in eine Schachtel. Diese Schachtel dient sehr ähnlichen Zwecken wie die ursprüngliche Verpackung, manchmal hat sie sogar den allgegenwärtigen Barcode darauf. Es gibt trotzdem einen entscheidenden Unterschied zwischen der Originalverpackung und der Museumsverpackung. Die alte Verpackung mag dazu gedient haben, das Ding kurzfristig vor Beschädigungen bei der Lagerung und beim Versand zu schützen. Aber sie war sicherlich aus Materialien gemacht, die längerfristig das arme Dingsbums beschädigt hätten. Säurehaltiges Papier und Kartonmaterial, Schaum, der schädliche Gase ausdünstet, vielleicht Kunststoffe, die sich zersetzen, Klebebänder, die die Oberfläche beschädigen und Klebstoffe mit Lösungsmitteln, die sich zersetzen und aus dem Band oder den Verbindungsstellen auf den Inhalt wandern.

lotus_adviceDie neue Schachtel ist aus speziell hergestelltem säurefreien Karton, gepuffert gegen wandernde Säuren. Sie ist ohne Klebstoffe hergestellt. Die inneren Einlagen oder Stützen können aus inaktivem Schaum, ungebleichter Rohbaumwolle oder Polyestergewebe oder -fasern oder auch aus geknülltem säurefreiem Seidenpapier sein. Auf der Schachtel steht die Nummer und die Beschreibung des Dingsbums, manchmal ist sogar ein digitales Bild darauf angebracht, so dass man die Schachtel nicht öffnen muss, um zu sehen, was drin ist. Manchmal gibt es auch Hinweise, wie man die Schachtel öffnen muss und wie man das Dings sicher herausnimmt.

lotus_open1Viele Objekte in Museumssammlungen können einfach so auf Regalbrettern oder in Schubfächern liegen. Sehr viele andere werden in kommerziell erhältliche säurefreie Kartons mit minimaler weiterer Auspolsterung gepackt. Manche Dinge sind aber zu zerbrechlich oder zu ungewöhnlich geformt um in vorgefertigte Kartons zu passen. Da kommt der Schachtelmacher ins Spiel. Ich verwende einfache Werkzeuge – ein Messer, eine Schneidmatte und eine Klebepistole. Mein Arsenal umfasst säurefreie Pappe und Karton, Schaum in Bögen, Blöcken und Stangen, archivtaugliches doppelseitiges Klebeband, Musselin und Baumwollbindfaden sowie säurefreies Seidenpapier.

lotus_open2Um eine maßangefertigte Schachtel herzustellen, muss man das Objekt vermessen und sich überlegen, wie es am besten in der Schachtel liegt. Außerdem muss man einberechnen, wieviel zusätzlichen Platz man für Polsterung und Stützkonstruktionen braucht und man muss sich überlegen, wie man das Objekt mit dem wenigsten Aufwand aus der Schachtel nehmen und hineinlegen kann. Manchmal kuschelt sich das Objekt dann in ein Kissen aus Polyesterfaserfüllung, machmal ist es auf seinen Stützen festgebunden, manchmal ist es auch in entfernbaren Schaumblöcken eingekeilt, nummeriert und mit Anleitung. Wie findet man heraus, was man benutzen muss? Erfahrung und, in meinem Fall, die Fähigkeit, sich in das Objekt hineinzudenken, um herauszufinden, wo Belastungen und Schwachpunkte sind, um die man sich kümmern muss.

lotus_open3Die Schachtel, die man hier sieht, kennt man als „Lotos Box“. Sie hat vier herunterklappbare Seiten, die es ermöglichen, dass man das Gefäss der Amerikanischen Ureinwohner sieht, ohne sie herausnehmen zu müssen. Der Deckel hält die Seiten im geschlossenen Zustand zusammen. Ich arbeite gerade an einer ähnlichen Schachtel für ein Objekt des Levine Museums. Sie wird eine Einlage haben und nur eine Seite zum Aufklappen, es werden sich Schaumblöcke darin befinden, die es ermöglichen, dass beide Objekte sicher ineinander verpackt verschickt werden können. Ich werde diesen Sommer auch einen Kurs zur Schachtelherstellung am North Carolina Preservation Consortium halten.

Behältnisse haben mich schon als Kind fasziniert. Ich habe immer Schachteln und Dosen und Flaschen aufbewahrt. Ich saß im Geometrieunterricht und entwarf kleine Faltschachteln auf dem Karopapier. Meinen Abschluß als jemand zu machen, der Behältnisse für Sammlungsgegenstände entwirft, war irgendwie eine natürliche Entwicklung und es ist immer noch meine Lieblingsaufgabe in meiner Rolle als Sammlungsmanager.

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Gönnt ihnen etwas Ruhe – Gedanken zur Ausstellung von lichtempfindlichen Objekten

matt2In den Richtlinien zum Umgang mit Sammlungsgut haben Museen oft Zeitpläne für die Ausstellung von lichtempfindlichen Objekten wie Arbeiten auf Papier und Textilien festgelegt. Oft enthalten diese Pläne Empfehlungen für die Lichtintensität und begrenzen die Zeit, in der das Objekt dem Licht ausgesetzt werden darf, ehe es im Depot „zur Ruhe kommen“ darf. Tatsächlich sind diese Zeitspannen völlig willkürlich, sowohl für die Ausstellung, als auch für die Schutzzeit. In Wirklichkeit haben alle lichtempfindlichen Objekte eine begrenzte Lebensdauer. Man muss sich das wie ein Bankkonto vorstellen, von dem abgebucht werden kann, auf das aber nichts eingezahlt werden kann. Die „Ruhepause“ ist keine Zeit, in der sich das Objekt von den Ausstellungszeiten erholen würde, denn – kurz gesagt – die Schäden durch das Licht summieren sich und sind irreversibel. Wenn alles Geld ausgezahlt ist, ist es weg. Man muss jedem, der die Ausstellungszeiten verlängern und die Ruhezeiten verkürzen will sagen, dass er in Wirklichkeit die Lebenszeit des Objekts verkürzen will. Oder, um es etwas anders zu formulieren, man kann entweder das Objekt jetzt öfter ausstellen oder es seltener zeigen, sodass auch die Enkel unserer Enkel noch eine Gelegenheit haben, es zu sehen.

Wie lange die Lebensdauer sein kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab – der Art der Aufbewahrung, der Lichtmenge und anderen Umweltfaktoren in der Ausstellung, den Fasern, den Färbemitteln, den Tinten und vielem anderem, aus dem das Objekt selbst besteht. Diese Faktoren, sowohl die, welche man beeinflussen kann, als auch die nicht beeinflussbar sind, bestimmen, zusammen mit der Länge der Zeit, die das Objekt ausgestellt wird, wann das Konto leer sein wird.

Anne T. Lane
Mountain Heritage Center
Western Carolina University

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Brigitte Herrbach-Schmidt

Dieser Artikel ist auch auf Italienisch erhältlich, übersetzt von Silvia Telmon.

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Sammlung und Ausstellung – eine symbiotische Beziehung

von Anne T. Lane

Eine Ausstellung aufbauen ist Teamarbeit. Dank an Matt Leininger fuer das Foto.

Eine Ausstellung aufbauen ist Teamarbeit. Dank an Matt Leininger für das Foto.

Eine Ausstellung kommt auf unterschiedlichem Wege zustande. Normalerweise steht am Anfang die Idee und die Texte und Exponate kommen hinzu, um die Idee zu unterstützen. Manchmal verkörpert ein Objekt oder eine Gruppe von Objekten die Ausstellungsidee und der Rest der Ausstellung entsteht um das Objekt herum. Manchmal, zum Beispiel weil die Ausstellung bombensicher oder transportabel sein muss, besteht die Ausstellung nur aus Texten und Bildern und Bilder von Objekten unterstreichen die Ausstellungsidee. Egal ob die Objekte Teil der eigenen Sammlung sind oder von anderen Institutionen oder Einzelpersonen ausgeliehen werden müssen, die Sammlungsabteilung wird schon ganz früh in den Ausstellungsprozess einbezogen.

Mögliche Kandidaten für die Ausstellung herauszufinden ist zunächst Recherchearbeit in der eigenen Datenbank oder in den Beständen von potentiellen Leihgebern. Eine Liste mit möglichen Objekten wird an die Sammlungsmitarbeiter gegeben, die sie heraussuchen, damit der Ausstellungsmacher und der Ausstellungsdesigner sie sich ansehen können. Jedes Objekt wird nicht nur danach beurteilt, wie gut es die Geschichte erzählt, sondern auch nach seinem Zustand und wie gut es mit den Gefährdungen zurecht kommt, denen es während des Ausstellungsbetriebes ausgesetzt sein wird, wie z.B. Transporte und Lichtbelastung. Manchmal sind Größe und Gewicht einschränkende Faktoren, oder auch davon, ob ein Objekt gut genug vor den Zugriff von Besuchern geschützt werden kann, die den Schaden, den ihre Berührungen hervorrufen gar nicht absehen können.

Wenn die Wahl getroffen ist, ist eine ganze Reihe von Schritten erforderlich, um das Objekt auf die Ausstellung vorzubereiten. Zustandsprotokolle werden geschrieben oder auf den neuesten Stand gebracht, inklusive einer vollständigen Fotodokumentation. Der Ausstellungsdesigner muss die Größen und Beleuchtungsanforderungen kennen, damit er entscheiden kann, welche Vitrinen er braucht und wohin er die Objekte platzieren kann. Er muss auch wissen, ob manche Objekte wegen ihrer Empfindlichkeit während der Ausstellungsdauer ausgetauscht werden müssen. Die Sammlungsmitarbeiter müssen im Gegenzug entscheiden, welche Halterungen und Stützen gebaut werden müssen, damit das Objekt sicher ausgestellt werden kann. Sowohl die Ausstellungsmacher als auch die Sammlungsmitarbeiter müssen ein tiefgreifendes Wissen darüber haben, welche Materialien für Ausstellungszwecke verwendet werden dürfen. Dies betrifft nicht nur Vitrinen, Sockel und Beschichtungen, sondern auch Beschriftungstafeln, Tinten und Klebstoffe.

Just in case... the registrar makes sure the lights are alright. Thanks to Abbi Kaye Huderle for the picture

Alles im Kasten? Die Registrarin kümmert sich um die richtige Beleuchtungsstärke. Dank an Abbi Kaye Huderle für das Bild.

Der Ausstellungsaufbau ist immer ein gemeinsames Projekt. Damit alles reibungslos abläuft, müssen alle wissen, wann welches Stück wo platziert wird. Mitarbeiter und Ehrenamtliche arbeiten beim Transport der Objekte zwischen Depot und Ausstellung zusammen, räumen den Weg frei und öffnen und schließen Türen je nach Bedarf. Sobald das erste Objekt auf der Ausstellungsfläche ist, muss immer jemand vor Ort sein, um Unbefugten den Zutritt zu verwehren. Halterungen und Isoliermaterial werden aufgebaut, Objekte platziert und die Beleuchtung eingerichtet. Ausstellungsmitarbeiter auf der Leiter, Sammlungsmitarbeiter am Boden regeln und kontrollieren die Beleuchtungsstärke, damit sie so ist, dass das Objekt gut ausgeleuchtet, aber nicht durch zu viel Licht gefährdet ist. Das Wohlergehen der Öffentlichkeit muss ebenfalls berücksichtigt werden, denn ein strahlend helles Licht, das direkt in die Augen der Besucher am anderen Ende des Ausstellungsraums scheint ist ein böses Foul. Ein letztes Wischen über die Plexiglasvitrinen und die Eröffnung kann kommen.

Auch nachdem die Ausstellung eröffnet ist müssen Ausstellungs- und Sammlungsmitarbeiter regelmäßig überprüfen ob die Vitrinen sauber sind, dass sich nichts verschoben hat, dass die Besucher keine Möglichkeit gefunden haben, an die Objekte zu kommen und dass die Beleuchtungsstärken eingehalten werden. Die Sammlungsmitarbeiter überprüfen auch regelmäßig, ob es Hinweise auf Schädlingsbefall gibt. Wenn irgendetwas schief läuft, wird das sofort der zuständigen Abteilung gemeldet, die mit so wenig Störung der laufenden Ausstellung wie möglich für Abhilfe sorgt.

Dieser Beitrag ist auch auf französisch erhältlich, übersetzt von Marine Martineau, in russisch, übersetzt von Arina Miteva und in italienisch, übersetzt von Silvia Telmon.

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Direkt ab Lager – Anfragen von der Öffentlichkeit

Nur für den Fall, dass Sie meinen, dass ich Däumchen drehe zwischen all den Aufgaben, über die ich bisher geschrieben habe, erzähle ich Ihnen heute etwas über

Anfragen von der Öffentlichkeit

Lassen Sie mich das Bühnenbild aufbauen – ich habe zwei Praktikanten, die darauf warten, dass ich ihnen ihr nächstes Projekt erkläre. Nicht nur, was es ist, sondern auch, wie man es macht. Und es ihnen nicht nur erkläre, sondern es ihnen auch zeigen. Und einige Beispiele werde ich erst einmal selbst machen, damit sie die Idee dahinter begreifen. Dann ist Kris am Telefon, die mir sagt, dass ich die Texte der Texttafeln des Eagle Project Korrekturlesen muss, ehe sie sie um 2:30 Uhr an den Drucker schickt. Es ist 1:00 Uhr. Ich rufe die Texte auf dem Computer auf und gehe dann zu dem Tisch der Praktikanten, um ihnen zu zeigen, wie man Kinderklamotten in Seidenpapier einschlägt und in Archivkartons verpackt. Aber das Telefon klingelt, es ist eine ältere Stimme, sanft wie Hirsesirup……

In attic, 1780s house, Nine Mile Point, Jefferson Parish, Louisiana. View towards 20th century closet constructed within the attic. by Infrogmation via flickr“Die haben mir gesagt, dass ich mit Ihnen reden muss. Wir haben unseren Hühnerstall auf dem Bauerhof meines Großvaters saniert und wir haben da diesen Stein gefunden. Ich denke, der ist wirklich alt, sieht aus wie etwas, was die indianer verwendet haben müssen. Er funkelt, aber hat da so Kratzer drin. Wir haben ihn gut gewaschen, so dass er nicht allzuschlimm riecht und ich bin mal mit der Feile drüber gegangen, um ein paar von den Kratzern rauszukriegen. Ich bringe ihn in 15 Minuten vorbei, ich hoffe, das stört Sie nicht, ich bin sicher, dass er wertvoll ist.“

Ja, okay, ich übertreibe. Aber die bei weitem häufigsten Anrufe, die ich von potentiellen Spendern erhalte, beginnen mit dem Satz: „Wir haben den Dachboden im Haus von meiner/meinem (hier Verwandten einsetzen) aufgeräumt…“. Wenn es nach etwas klingt, was uns interessieren könnte, spreche ich mich mit Kris ab und wir vereinbaren entweder einen Besichtigungstermin oder lassen es uns vorbeibringen. Wenn es nicht in unser Sammlungskonzept passt, schlage ich andere Museen vor, die interessiert sein könnten. Wenn der Anrufer wissen will, was der Gegenstand wert ist, besonders wenn er ihn spenden will, verbietet mir die Museumsethik einen Wert zu nennen. Wir haben eine Liste von Sachverständigen, auf die wir verweisen. Wenn sie nur wissen wollen, was es ist, versuche ich ihnen über das Telefon weiterzuhelfen. Wenn ich das nicht kann, müssen sie es vorbei bringen oder ich schlage jemanden vor, der ihnen weiterhelfen könnte.

Ein anderer üblicher Anruf kommt von Leuten, die wissen wollen, wie sie einen Familienschatz am besten erhalten können. Ich versuche, so viel wie möglich herauszubekommen – aus was das Objekt besteht, in welchem Zustand es ist, was die Person damit machen will. Ich frage auch, ob sie es in einem geheizten und klimatisierten Raum aufbewahren wollen und welche Art von Licht es dort abbekommt. Es ist manchmal eine kitzlige Situation, weil ich herausfinden muss, ob die anrufende Person willens und dazu in der Lage ist, Geld für spezielle Archivmaterialien auszugeben. Wenn das der Fall ist, schlage ich ihnen vor, was sie brauchen und wo sie es bekommen können. Wenn nicht, suche ich oft einen Ausweg über die bewährte „Bettdecke im Kissenbezug“-Strategie. Es gibt auch die Zippbeutel-Strategie, die „Wenn Sie sich wohlfühlen fühlt es sich wahrscheinlich auch wohl“-Strategie und schließlich die „Alles, bloß nicht im Schuhkarton auf dem Dachboden“-Strategie. Ich versuche normalerweise, sie davon zu überzeugen, dass häufiges Waschen und Polieren mehr Schaden anrichtet, als es unter nicht ganz idealen Umständen zu lagern. Wenn ich selbst recherchieren muss, sagen ich das und sage, dass ich zurückrufe. Und mache das dann auch.

Ich habe mir sogar schon selbst durch eine telefonische Anfrage nach einer Information einen ehrenamtlichen Hilfseinsatz verschafft. Ich werde dem einzigen bezahlten Mitarbeiter und einigen Ehrenamtlichen eines kleinen Heimatmuseums in der Nähe beibringen, wie man Inventarnummern auf Objekten anbringt.

Ich liebe es, Leuten solche Dinge beizubringen, aber es braucht Zeit. Und ich muss die Datenbank auf den neuesten Stand bringen.

Shanti
Anne

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Direkt ab Lager – Karten kartieren

Map of Downtown Charlotte 1954, Map by Dolph Map Co., picture via flickr by davecitoEs ist ruhig hier zurzeit. Ich habe es fast geschafft, die Datenbank auf Stand zu bringen. Ich habe nur noch etwa 100 digitale Bilder umzubenennen. Wir haben angefangen, die etwa 2000 Erwerbungen abzuarbeiten und wir sind fast auf Stand mit denen, die 2003 reingekommen sind1. Das Problem ist trotzdem, dass, wenn einem ein interessantes Ding auf den Schreibtisch kommt, man es nicht einfach verzeichnen, eine Nummer darauf klatschen und es ins Regal stellen kann. Man wird in es hineingezogen. Neulich waren es Landkarten. Kelly, eine unserer wunderbaren Praktikantinnen, und ich haben uns zu einem Buch gebundene Blaupausen von Bodenbesitzstandkarten von Charlotte und Mecklenburg County aus den 1930er Jahren angesehen. Sie zeigen die Grundstücke von Downtown – Entschuldigung, UPtown – und listen die Grundbesitzer und die jeweiligen Schätzwerte auf. Die Grundstückswerte haben sich seither etwas verändert, aber Trade und Tryon war der Ort, an dem man wohnen sollte, wenn man etwas auf sich hielt! Diese Art der Dokumentation ist von unschätzbarem Wert für jeden, der die Geschichte von Gebäuden und Geschäften in der Stadt erforschen möchte. Mit der gleichen Erwerbung erhielten wir einen sehr schönen „Official Lot and Block Atlas of Charlotte, N. C.“ [Offizieller Atlas der Grundstücke und Häuser in Charlotte, North Carolina] von 1928. Er ist auf schwerem, vergütetem Leinen von handgemalten Originalen gedruckt und zeigt, neben anderen Erinnerungen an eine glorreiche Vergangenheit, die Straßenbahnlinien, die einst als Massentransportmittel in der Stadt fungierten.

Es ist auch sehr lehrreich – und faszinierend – noch weitere vierzig Jahre zurückzugehen, in das Jahr 1888. Diese Karte, die wir dieses Jahr [2003] erhalten haben, zeigt Mecklenburg County. Die Stadt im Zentrum ist nicht detailliert dargestellt, aber die Namen der Eigentümer der Grundstücke außerhalb sind aufgeschrieben. Klar, das da sind „unsere“ Alexanders (siehe http://www.charlottemuseum.org/alexanders.asp für weitere Details). Auf vielen dieser Besitztümer finden wir Namen, die wir inzwischen als Namen von Straßen, Parks, Gebäuden und Geschäften in dieser Gegend kennen. Zusammen mit dieser Karte haben wir einen Pachtvertrag mit England erhalten, datiert auf das Jahr 1696. Er hing in einer Rechtsanwaltskanzlei in Charlotte und wird bald in unserer Bibliothek hängen. Er ist handgeschrieben auf Kalbsfellpergament und es hängen drei rote Wachssiegel darunter – und es ist eine Herausforderung, ihn zu lesen! Nicht nur, dass die Handschrift archaisch ist, er ist auch in einem undurchsichtigen Juristenenglisch geschrieben, das jeden modernen Verfasser von Kleingedrucktem blass aussehen lässt. Lee, ein weiterer Sammlungspraktikant, hat angefangen, es für mich zu transkribieren. Zum Glück hat der Spender eine Übersetzung gefunden, die ein anderer Rechtsanwalt 1975 angefertigt hat. Wir werden diese möglicherweise in unserer Bibliothek zugänglich machen, für diejenigen, die neugierig sind oder ein Lehrstück für finstere Wortungetüme sehen wollen!

Also, ich gehe mal besser die Datenbank auf den neuesten Stand bringen. Und ein paar Nummern auf Objekte klatschen.

Shanti
Anne

Übertragung ins Deutsche: Angela Kipp

  1. Der Artikel wurde 2003 geschrieben
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Direkt ab Lager – Anmerkungen zum Frühjahrsputz

Eine der Merkwürdigkeiten an diesem Job ist, dass man nichts von den Dingen, mit denen man zu tun hat, anfassen darf. Nie ist das bizarrer und offensichtlicher als bei der Reinigung eines Hauses. Da kommen wir also rein, bewaffnet mit unserem über 1000 € teuren Staubsauger, unseren weißen Handschuhen, unseren speziell präparierten elektrostatschen Staubtüchern ohne künstliche Zusatzstoffe, unseren Pferdehaarbürsten, unseren großen Tüchern aus ungebleichtem Musselin und unseren fluffigen, ganz aus Baumwolle gemachten, ohne Farbstoffe oder Parfüme gewaschenen, ohne Weichspüler getrockneten Bettüchern, weißen Handtüchern und Windeln. Jup, die gemeine Stoffwindel ist eine der Hauptwaffen im Arsenal des Denkmalschützers!

springcleaningAlso bringen wir das alles ins Haus und schleppen es die ach-so-enge Treppe hinauf, die mit diesem Geländer, das für den Zweck entworfen wurde, Staubsaugerschläuche zu fangen und festzuhalten. Dann stellen wir alles ab. Das Problem ist nur: Es gibt überhaupt keinen Platz zum abstellen! Abgesehen vom Boden und den Fensterbrettern. Man kann den Staubpinsel nicht auf die Kommode legen, man kann die Staubsaugerteile nicht auf den Schrankkoffer legen, man kann sich auf keinen der Stühle setzen, wenn man müde ist. Haben Sie je versucht, einen Staubsauger mit Handschuhen zusammenzusetzen? Haben Sie je versucht, ein Haus zu staubsaugen, das genau zwei Ausgänge hat? Haben Sie je versucht, ein Haus zu staubsaugen, in dem man keines der Möbelstücke mit dem Staubsauger oder den bloßen Händen berühren darf? In dem man in Faserrichtung der Bodenbretter staubsaugen muss statt quer dazu? In dem man, um hinter oder unter ein großes Möbelstück zu kommen, zwei Leute braucht, die es mit Handschuhen hochheben und bewegen, damit der Fußboden nicht verkratzt wird?

Dann das Staub wischen. Daheim, wo alles glatt und glänzend ist, spüht man einfach etwas Sprühzeugs auf den Lappen und reibt ihn über das polierte Holz. Im Hez Haus [Hezequiah Alexander House] ist das ganze Holz noch älter als Ihre Ur-Urgroßmutter. Da gibt es Späne und Risse und ungleichmäßigen Lack und Spreißel. Wenn Sie da mit dem Staublappen drüber gehen, führt das nur dazu, dass Sie Fasern aus dem Lappen reißen. Also stauben Sie mit einer Bürste ab und saugen den dann mit dem Staubsauger ein. Sogar wenn das Holz glatt genug ist, um es mit dem Lappen abzustauben, dürfen Sie kein Mittelchen darauf sprühen, daher die originellen Staublappen. Und die Windeln. So, manchmal müssen Sie ein Objekt bewegen, um das Möbelstück darunter abzustauben. Sie müssen dabei immer an folgendes denken: hat es einen Rand, dürfen Sie es nicht daran hochheben, wenn es einen Griff hat, dürfen Sie es nicht daran hochheben, wenn es aus Glas oder Keramik ist, dürfen Sie keine Handschuhe verwenden und wenn es nicht aus Glas oder Keramik ist, dann müssen Sie es mit Handschuhen anfassen – während Sie sich entsinnen, was Sie dürfen und was nicht, haben sich weitere sieben Schichten Staub abgesetzt.

Ich denke, am schwierigsten ist es, daran zu denken, dass man nichts auf die Betten legen darf. Die Mehrzahl der Tagesdecken und viele der Bettlaken sind historische Textilien, also darf man die fiesen scharfkantigen Dinger, die man im Jungenzimmer vom Tisch genommen hat, nicht darauf abstellen, außer man denkt daran, vorher eine dicke Lage Musselin über dem Bett auszubreiten. Die andere Sache, bei der es mir immer schwer fällt daran zu denken ist, dass man sich nicht an Möbelstücke lehnen darf. Es passiert automatisch, dass man sich mit dem Arm auf der Kommode abstützt, um die Steckdose dahinter zu finden. Oder sich gegen das Bett lehnt, um in der entfernteren Ecke das Leintuch in Ordnung zu bringen. Tja, ich kann Ihnen sagen, wenn Sie sich auf einige dieser Betten lehnen, lehnen die sich mit, und zwar so lange, bis Sie zusammen mit dem Bett auf dem Boden liegen! Also, während Sie zusehen, wie Ihr Dienstmädchen Ihr Haus durchwischt und all die kleinen Indiskretionen beseitigt, haben Sie Mitleid mit Ihren armen Sammlungsmitarbeitern, die hinter hunderten Kindern herwischen, die nicht ihre eigenen sind und sich dabei überlegen müssen, wie man diese Dinge, die zu reinigen sind, nicht mit den Händen berührt…

So, ich muss mal wieder die Datenbank auf den neuesten Stand bringen. Ta-da erstmal!

Shanti
Anne

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Direkt ab Lager – Ein Tag im Leben eines Sammlungsmanagers

Wie ich neulich enthüllt habe, sind Registrare, Sammlungsmanager, Depotverwalter und Magaziner eine merkwürdige Tierrasse, die selten zu beobachten ist. Wie wir von zahlreichen Tier-Dokus wissen, gibt es nichts spannenderes, als seltene Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Ich bin wirklich froh, dass meine Kollegin Anne T. Lane hier eine Serie über die Arbeit hinter den Kulissen in der Sammlungsabteilung schreiben wird. Wenn Sie unsere Reihe verfolgen, können Sie das nächste Mal, wenn Ihre Kinder fragen „Mama, Papa, was macht denn ein Sammlungsmanager?“ eine wesentlich schlauere Antwort geben als „Also, ein Sammlungsmanager… ein Sammlungsmanager managt Sammlungen.“

Es ist ein anderes Leben hier hinten. Es gibt keine Fenster, denn Licht ist schädlich für Museumsobjekte. Wir haben unsere eigene, abgetrennte Klimaanlage und Klimakontrolle, denn Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit ist schädlich für Museumsobjekte. Genauso wie niedrige Luftfeuchtigkeit. Wenn Sie uns also wie Nachteulen die Augen zusammenkneifen sehen und wir selbst bei einer Hitzewelle von über 30 Grad immer noch etwas Langärmliges anhaben – dann wissen Sie, wo wir herkommen.

mask1So, Sie wollen also wissen, wie ein typischer Tag eines Sammlungsmitarbeiters aussieht? Tut mir leid, so etwas gibt es nicht. Ich entwerfe eine Kiste für die Lagerung einer Gasmaske aus dem Zweiten Weltkrieg. Das mache ich schon seit zwei Wochen. Ich komme immer wieder, na, vielleicht 10 Minuten am Stück dazu, daran zu arbeiten. Immer zwischendurch, wenn ich nicht gerade eine Sammlung Haarnadeln mit Inventarnummern beschrifte, eine Ladung Damenkleider aus der Victorianischen Ära in säurefreies Seidenpapier und säurefreie Kartons packe, die Sammlungsdatenbank auf den neuesten Stand bringe, Zustandsprotokolle für die Ausstellung einen Stock höher anfertige, einen möglichen Spender besuche, der eine Sammlung Babyklamotten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs anbietet, einen Kostenvoranschlag für das Rahmen einiger Plakate einhole, die Sammlungsdatenbank auf den neuesten Stand bringe, einen Ehrenamtlichen betreue und kontrolliere, der Daten von unseren alten Karteikarten in die Datenbank überträgt, das Hezekiah Alexander House reinige, die Handschuhe wasche, mit denen wir die Sammlungsgegenstände anfassen (mildes Waschmittel, zweimal spülen, kein Weichspüler und: nicht die Katzen im Wäschesack schlafen lassen!), die Sammlungsdatenbank auf den neuesten Stand bringe, neue Umschläge und Kartons für die Postkartensammlung bestelle, an Vorgesprächen teilnehme, die Hausaufgaben für Vorgespräche mache, eine mit Perlen verzierte Jacke und Handtasche fotografiere, Knitterfalten in einer Steppdecke ausdämpfe, den Ausstellungskalender der nächsten drei Jahre mit Kris durchspreche, oh, und habe ich erwähnt, dass ich die Sammlungsdatenbank auf den neuesten Stand bringe?

Es ist kein langweiliger Job. Man arbeitet mit anderen Leuten zusammen; dann schleicht man sich wieder für Stunden weg, um alleine zu arbeiten. Sie werden kreativ sein, Sie werden Dinge basteln und bauen, Sie werden mit all den hübschen Dingen umgehen, Sie werden recherchieren, Sie werden Probleme lösen, Sie werden jeden Tag neue Dinge lernen, Sie werden mit ähnlich gestrickten Leuten zusammenarbeiten – anderen Museumsmitarbeitern, Praktikanten und Ehrenamtlichen. Oh, und habe ich erwähnt… uuups, falscher Absatz. Sie müssen präzise arbeiten und übergenau sein, wenn es um Fehler geht. Sie müssen gut organisiert sein, aber auch sehr flexibel. Und Sie dürfen nicht am Schreibtisch essen. Niemals.

Ich werde hier über einige Dinge im Museum schreiben, alte und neue, die in den Regalen liegen oder in ihren Kisten stehen. Und über einige der Arbeitsabläufe und Vorgehensweisen, die notwendig sind, um sich um sie zu kümmern. So viele Menschen haben keine Ahnung, was hinter den geschlossenen Türen der Sammlungsabteilung passiert. Sie werden mich dabei antreffen, wie ich eine Behausung für diese arme Gasmaske baue; oder dabei, die Sammlungsdatenbank auf den neuesten Stand zu bringen.

Shanti
Anne

Text: Anne T. Lane

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