Archiv für Matthew Leininger

RICHTIG GEFÄLSCHT – Ein glückliches Neues Jahr für die Trekker!

Matthew C. Leininger

Matthew C. Leininger

Liebe Mit-Trekker, es ist eine Weile her, dass ich mich gemeldet habe und ich so wollte ich mir jetzt die Zeit nehmen, Ihnen allen ein gutes Neues Jahr zu wünschen.

Ich habe Angelas inspirierende Mail erhalten, die sich auf unseren vierten Geburtstag bezieht und als Mitgründer fand ich es angebracht, zurück zu schauen. Ich werde meine Beiträge weiterhin RICHTIG GEFÄLSCHT nennen, wie ich es immer getan habe. Wie Sie wissen arbeite ich nun schon einige Zeit außerhalb des Museumsbereichs und manchmal überlege ich, welche neuen Aufgaben, Richtlinien oder Protokolle haben in den letzten fünf Jahren das Leben für den Registrar geändert? Wenn ich ins Museum zurück käme, könnte ich den Faden wieder aufnehmen, wo ich ihn 2011 im Cincinnati Museum habe liegen lassen müssen? Oder wäre ich ein Grünschnabel im Hinblick auf die Aufgaben eines Registrars und müsste alles von neuem lernen?

Ich muss wirklich sagen, dass ich eine enge Beziehung zur Kunst und zur Museumswelt habe und sie sehr liebe. Ich werde auch meine Fähigkeiten und Erfahrungen in irgendeiner Weise für die Kunst einsetzten, aber bis heute habe ich nicht das Bedürfnis auf diesem Gebiet zu arbeiten. Auch nach dieser langen Zeit hege ich keinen Groll oder verletzte Gefühle. Es ist schwer, einer Sache auf den Grund zu kommen, wenn man in einem anderen Beruf ganztags arbeitet. Ich bin jetzt seit 4 Jahren bei Amazon Fulfillment (ausgelagerter Onlineversand kleinerer Produzenten), steige dort in der Hierarchie auf und wachse mit der Gesellschaft.

Ich denke immer wieder an die Zeit, als ich ein junger, ehrgeiziger Registrar war und überzeugt davon, dass das mein Leben wäre. Aber die Zeiten ändern sich und man muss die Herausforderungen annehmen. Man muss die Situation selbst in die Hand nehmen und beherzt weitermachen. Ich persönlich danke allen, die in den Silen der Museen arbeiten. Nicht den Direktoren, Beiräten und Spendern, sondern den Registraren, Präparatoren, Kuratoren, Sicherheitsleuten etc. die dafür sorgen, dass die Museen gedeihen und dass das Publikum Vertrauen haben kann.

Mein Wunsch für Sie ist, dass Sie Kurs halten, dass Sie ihre Situation selbst in die Hand nehmen können und sich selbst und ihren Überzeugungen treu bleiben, gleich ob Sie mit ihrer Arbeit einverstanden sind oder nicht. Erlauben Sie sich, nicht einverstanden zu sein und haben Sie dann das Rückgrat, das als Verpflichtung an zu sehen. Nur dann werden Sie weiterwachsen und besondere Leistungen erreichen. Möge das Jahr 2017 Ihnen Erfolg bringen und Fortschritte nach Rückschlägen.

Bis bald!
Matt

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Brigitte Herrbach-Schmidt.

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Richtig gefälscht: Neuigkeiten von „Art and Craft“

Hallo liebe Trekker!

The discerning eye - Matt Leininger uncovering Landis

Der kritische Blick – Matt Leininger enttarnt Landis in Art and Craft.

Der Kunst-Spürhund begrüßt Sie an einem kalten Sonntagmorgen aus Cincinnati, Ohio.
Art and Craft (artandcraftfilm.com) hat hier in den USA gute Arbeit geleistet. Nachdem „Art and Craft“ seit dem 19. September jeden Freitag in einer anderen Stadt anlief, kommt der Film nun am 24. Oktober nach Cincinnati in das Mariemont Theater. Am 24. und 25.10 werde ich nach den 17.30 Uhr Vorstelllungen eine Frage- und Antwort-Runde bestreiten.

Wer den Film nicht im Kino sehen kann, kann ihn jetzt bei iTunes vorbestellen
(https://itunes.apple.com/us/movie/art-and-craft/id917816859?ign-mpt=uo%3D4).

Ich möchte Sie auch auf diesen Blog des American Institute for Conservation aufmerksam machen (http://www.conservators-converse.org/2014/10/the-movie-art-and-craft-a-conservators-perspective/). Der Blogger hat da einen wohlüberlegten Beitrag geliefert.

Ich werde Sie über alle neuen Erkenntnisse über Mark August Landis auf dem Laufenden halten, denn nun bin ich schon im siebten Jahr auf seiner Spur.

Wie immer: bis bald und trekken Sie weiter!

Matt

Matt ist jetzt übrigens auch auf Twitter, man kann ihm unter @artsleuth2008 folgen.

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Brigitte Herrbach-Schmidt.

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Richtig Gefälscht: Kunst und Handwerk – der Film

Hallo liebe Mit-Trekker!

Der kritische Blick - Matt Leininger enttarnt Landis

Der kritische Blick – Matt Leininger enttarnt Landis in dem neuen Film.

Es ist eine Weile her, aber ich habe Sie nicht vergessen und hoffe, dass 2014 ein gesegnetes Jahr in Ihrer Arbeit und in Ihrem Privatleben ist, und das meine ich sehr ernst. An der Landis-Front ist alles ruhig, aber nicht mehr lange. Im nächsten Monat kommt der Film „Art and Craft“ (Kunst und Handwerk) heraus, der über die letzten drei Jahren produziert wurde, die Regie führten die Emmy-Gewinnerin Jennifer Grausman und der für den Oscar nominierte Regiseur Sam Cullman. „Art and Craft“ wird auf dem Tribeca Film Festival in New York City in Chelsea am 17. April seine Weltpremiere erleben. Meine Frau und ich werden der Vorstellung in New York City beiwohnen und hoffentlich werde ich in der Lage sein, meine Mission fortzusetzen: die Öffentlichkeit nicht nur über Landis zu informieren, sondern auch darüber, wie wichtig es ist, ein kritisches Auge zu behalten und sich die Zeit zu nehmen, seiner Arbeit sorgfältig nachzugehen und so sicher zu stellen, dass niemand betrogen wird.

Ich sage das nicht nur, um Ihnen zu verdeutlichen, dass ihre Arbeit als Registrar nicht nur wichtig ist, es könnte auch die beste Entscheidung sein, die Sie je getroffen haben. Warum habe ich diese Entdeckung gemacht und Landis enttarnt, wenn jede und jeder von Ihnen es auch hätte sein können? Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass ich meine Arbeit gemacht habe, gut gemacht habe und jetzt die Gelegenheit habe, meine Kolleginnen und Kollegen auf dem Laufenden zu halten und in Kontakt zu bleiben, soweit es mein Zeitplan erlaubt. Ich weiß, dass Sie alle sehr beschäftigt sind, aber werfen Sie doch mal einen Blick auf die unten stehenden Links und bleiben Sie vor allem gesund, stark, glücklich und der Rest ergibt sich von selbst.

Behalten Sie den Glauben und bis bald!

Matt

http://artandcraftfilm.com/

https://tribecafilminstitute.org/films/detail/art_and_craft

http://tribecafilm.com/filmguide/53208aa9c07f5df7d200065d-art-and-craft

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Brigitte Herrbach-Schmidt

Dieser Beitag ist auch auf Französisch erhältlich, übersetzt von Kelsey Brow.

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Richtig Gefälscht: Auf der Spur eines Kunstfälschers Teil 9

picture: LSU University Art Museum

Die Aliase des Fälschers Mark Augustus Landis:
2009 – Steven Gardiner
2010 – Father Arthur Scott
2011 – Father James Brantley
2012 – Mark Lanois
2013 – Martin Lynley

Der Artikel in The New Yorker ist im August erschienen und ich denke er war gut. Ein Filmteam war letzte Woche letztmals hier und sollte die Landis-Sache bis 2014 unter Dach und Fach haben.

Ich habe mich heute entschlossen meine Funde nochmals durch zu sehen und up-dates mitzuteilen. Wenn es auch unglaublich klingt, nachdem ich eine E-mail an 2 Museumslisten geschickt hatte, bekam ich eine Antwort. Da manche Kollegen anonym bleiben wollen, wenn sie etwa von Landis haben respektiere ich das. So kann ich jetzt berichten, dass ich einen anderen Versuch von Landis gefunden habe, der im Februar 2007 eine Institution in Kalifornien um Informationen zu seiner Genealogie bat, von der er dann einen Ausdruck dem Museum schenke wollte. Allerdings waren es – wen wundert es – nicht existierende Namen! Die Adresse für die Antwort verwies auf eine Stadt hier in Ohio. Der Direktor, der die Mail von Landis erhalten hatte, schickte die Dokumente zurück, und erklärte ihm, dass man nichts über diese Genealogie wisse und seine Schenkung auch nicht akzeptieren könne, da sie nicht dem Sammlungskonzept entspräche. Gut für ihn. Aber es kann natürlich sein, dass Landis sich ihnen inzwischen unter anderem Namen genähert hat, die Institution wusste 2007 nichts von Landis, aber heute weiß sie von ihm und ich weiß, dass sie andere Kollegen gewarnt haben.

Ich sage das alles, um an diesen nun namentlich bekannten Kunstfälscher zu erinnern, der noch immer frei herum läuft, da das was er tut als nicht illegal angesehen wird. Ob er noch immer aktiv ist nach all der Aufmerksamkeit in den Medien oder ob er nur still hält und abwartet, bis er glaubt, wieder anfangen zu können, weiß ich nicht. Aber ich werde – wie bei den beiden Museumslisten – weiterhin seinen wahren Namen und seine Decknamen bekannt machen, wobei der fünfte ziemlich neu ist. Und ich werde die, die diese Serie verfolgen und auch Kollegen, die neu in unserem Beruf sind, bitten, ihre Unterlagen durch zu sehen, Fragen zu stellen und die Informationen weiter zu verbreiten. Damit werden nicht nur mehr Leute auf Landis aufmerksam, sondern sie werden es sich generell zweimal überlegen, ehe sie eine Schenkung annehmen oder etwas erwerben, so wie ich es damals am 7. August 2008 tat und etwas sehr merkwürdiges entdeckte.

Bis bald!
Matt

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Brigitte Herrbach-Schmidt

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Richtig Gefälscht: Auf der Spur eines Kunstfälschers Teil 8

picture: LSU University Art Museum

Mark Landis
Bekannte Decknamen:
2009 – Steven Gardiner
2010 – Father Arthur Scott
2011 – Father James Brantley
2012 – Mark Lanois

Der Artikel im New Yorker sollte Ende des Monats erscheinen. Ich habe noch viele Dinge über Landis mitzuteilen und das werde ich sicherlich auch tun, aber irgendwie komme ich mir gerade wie in einer Einbahnstraße vor: Ich sitze hier und schreibe alles zusammen, was ich über Landis weiß, halte Sie auf dem Laufenden, wenn es etwas Neues gibt, erzähle meine Geschichte aber ich weiß nicht, ob ich hier einfach nur Selbstgespräche führe oder ob ich euch Sammlungsleute da draußen erreiche?

Mich würde wirklich interessieren, ob Sie auf Landis oder eines seiner Aliase gestoßen sind oder was Sie entdeckt haben, als Sie nach Leihgebern recherchiert haben, die etwas abgelehnt haben. Ich habe 5 Jahre meines Lebens mit der Verfolgung dieser Person zugebracht und ich weiß, dass es mehr Leute wie Landis geben muss, naja, vielleicht nicht genau solche, aber Leute, die eine ähnliche Masche fahren. Was hat Ihre Verwaltung getan, um nach Spendern und Philanthropen zu suchen? Was haben sie herausgefunden? Hat dieser Landis-Fall Sie Fragen stellen lassen oder hatten Sie einen „Wow!“-Moment in Ihrer momentanen Stellung? Das würde ich gern von Ihnen erfahren.

Ich liebe es zu bloggen und Teil des Bloggen ist es, Fragen zu fragen und Antworten zu geben. Also, für den nächsten Teil dachte ich mir, wir machen etwas, das ich

Fragen an Matt

nennen möchte. Sie stellen mir Fragen, hier in der Kommentarspalte oder per Mail oder Telefon und ich beantworte sie im nächsten Teil. Ich bin bestrebt, selbst die obskurste Anfrage zum Fall oder Fragen zu meinem Hintergrund zu beantworten….

Ihr seid die Besten, macht weiterhin gute Arbeit, wo auch immer ihr seid, seid euch sicher, dass das nächste Abenteuer sogar noch größer und besser sein wird als das, was ihr gerade macht. Macht eure Arbeit gut, haltet eure Nase sauber und alles wird gut.

Bis bald!
Matt

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Richtig Gefälscht: Auf der Spur eines Kunstfälschers Teil 7

Entschuldigung, Leute, es ist etwas her seit ich das letzte Mal geschrieben habe und ich hoffe, Sie heißen mich wieder willkommen! Die letzten vier Monate hatten ihre Höhen und Tiefen, aber gerade bin ich an einem Tiefpunkt. Warum? Weil ich schon wieder eine Anstellung suche.

Wie einige von Ihnen wissen, bin ich seit 15 Jahren im Non-Profit-Bereich Kunst tätig. Ich habe vor ein paar Jahren meine Anstellung am örtlichen Kunstmuseum verloren. Ich musste mich aus meiner Komfortzone heraus bewegen, um einen Job an Land ziehen zu können. Die Untersuchung des Landis-Falles half mir dabei. „Wie denn das?“, werden Sie sich fragen. Nun, ich habe Marty und Jan Sikora aus Cincinnati auf der Ausstellungseröffnung von „FAUX Real“ am 1. April des vergangenen Jahres (2012) getroffen. Ich habe mit ihnen über Landis und meine Erfahrungen im Kunstbereich gesprochen und auch darüber, wie ich ihnen bei ihren Geschäften helfen könnte. Monate gingen ins Land und wir blieben in Kontakt, aber immer noch kein Job. Im Dezember 2012 immer noch keine Stelle und ich ging mit großer Unsicherheit in das Jahr 2013. Landis hatte zu diesem Zeitpunkt getan, was er gesagt hatte und seine Machenschaften eingestellt, also gab es auch hier keine Aktivitäten zu verfolgen.

2013 kam und Landis verfolgt mich weiter. Ich wurde von einem altgedienten Schreiber für The New Yorker angesprochen und er interviewte mich zwölf Stunden lang an zwei Tagen und sah sich sogar mit mir zusammen Daytona 500 an. Wir hatten eine schöne Zeit zusammen und ich lernte einige neue Dinge über Landis. Er ist immer noch aktiv und ich kenne jetzt sein aktuelles, fünftes, Alias. Halten Sie Ausschau nach einer Veröffentlichung über Landis in The New Yorker, die schon sehr bald kommt. Es wird voraussichtlich das beste sein, was bisher zu diesem Thema geschrieben wurde und mehr Leser erreichen, die bisher noch nichts von Landis gehört haben.

Also, zurück zur Jobsuche. In der Woche, als meine Arbeitslosigkeit endlich zu Ende ging erhielt ich einen Telefonanruf von Marty und er heuerte mich als Vertriebsangestellter für den Innendienst an. Ich kannte mich in dem Geschäft nicht aus und die gewinnorientierte Welt war mir fremd. Um es einfach zu sagen: es passte nicht und die Geschäfte gingen nicht besonders gut. Ich habe meinen Job letzte Woche verloren. Landis hat dabei insofern eine wesentliche Rolle gespielt, als wenn Marty und Jan nicht die Ausstellungseröffnung besucht hätten, ich die letzten vier Monate keinen Gehaltsscheck bekommen hätte. Ich schreibe das deshalb, weil ich Ihnen sagen möchte, dass es wichtig ist, sich nicht zu sehr an die momentane Position zu gewöhnen. Denken Sie um die Ecke und glauben Sie daran, dass Sie alles erreichen können, was Sie sich in den Kopf gesetzt haben. Geben Sie ihr Bestes, auch wenn Sie noch gar nicht wissen, was Sie da eigentlich tun. Es gibt Leute da draußen, die Sie als das sehen, was Sie sind und was Sie tun können. Finden Sie bei diesen Leuten Trost. Es gibt immer noch gute Menschen da draußen, die Ihnen eine Chance geben werden und ich werden mich auch daran erinnern, wenn ich jetzt in meinem Leben voranschreite.

Halten Sie Ausschau nach der Veröffentlichung in The New Yorker, die in diesem Sommer kommen sollte und wie immer: Machen Sie weiter!

Bis bald!
Matt

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Richtig Gefälscht: Auf der Spur eines Kunstfälschers Teil 6

picture: LSU University Art Museum

Mark Landis
Bekannte Decknamen:
2009 – Steven Gardiner
2010 – Father Arthur Scott
2011 – Father James Brantley
2012 – Mark Lanois

Landis wurde geschnappt und gestoppt … nicht vom FBI, nicht von der Polizei, nicht durch das „Gesetz“… sondern von den besten Detektiven, die es da draußen gibt: von Registraren und Sammlungsmanagern, die ihre Arbeit ernst nehmen und sogar ihre Arbeit mit nach Hause nehmen und über solche Dinge nachgrübeln. Sollten Sie Ihre Arbeit mit nach Hause nehmen? Nein… aber ich denke, es gibt nicht einen von uns da draußen, der nicht schon die Gedanken an einen schwierigen Leihgeber, logistische Probleme oder eine schwierige Meldung an seinen Vorgesetzten mit nach Hause genommen hat, etwas, das ihn eventuell sogar die ganze Nacht wachgehalten hat… nicht sehr gesund und unproduktiv.

Seit Jahren bringen mich Landis und seine Possen tagtäglich zum Nachdenken, ob er wirklich aufgehört hat, Fälschungen zu machen und sie als Originale weiterzuverschenken, aber das bereitet mir keine schlaflosen Nächte. Landis sagte mir am 1. April 2012 bei der Eröffnung der Ausstellung „FAUX REAL: Die Geschichte eines Fälschers“ an der Universität von Cincinnati ins Gesicht, dass er aufhören würde, weil er müde und gelangweilt sei von dem, was er schon so lange getan hat. Aber wieso schreibe ich dann weiter dieses Blog und warum bin ich noch so sehr an der Verfolgung von Landis interessiert, wenn er mir persönlich gesagt hat, er würde aufhören? Ich glaube bis zum heutigen Tag nicht, dass er es kann oder auch nur will.

Erlauben Sie mir bitte, dass ich Ihnen allen die folgende Frage stelle: Wer von Ihnen hat diesen Fall recherchiert und hat seine Kolleginnen und Kollegen über Landis und die vier Aliase informiert? Einige sind besorgt um ihren eigenen Ruf oder den der Institution, für die sie tätig sind. Da bisher kein echtes Verbrechen begangen wurde und man darüber wohl auch nicht besorgt sein muss, warum glaube ich immer noch, dass es mehr als die etwa 50 Institutionen sind, die betrogen wurden und das nicht zugeben wollen? Niemand mag gern glauben, dass er persönlich betrogen wurde oder dass das Museum für das er arbeitet betrogen wurde und niemand mag das gerne zugeben… vor allem, wenn man weiß, was ich weiß und die Updates und Erinnerungen über die Jahre immer wieder gelesen und weitergegeben hat.

Deshalb möchte ich Sie heute noch einmal ermutigen: schauen Sie in Ihren Unterlagen, Datenbanken, Büros und teilen Sie mit Ihren Kollegen diese seltsame Geschichte von Mark Augustus Landis und derjenigen, die ihn entdeckt und den übereifrigsten Fälscher enthüllt haben, den die Museumswelt in den letzten Jahren gesehen hat. Ich ermutige Sie alle, mailen Sie mir oder rufen Sie mich an, wenn Sie auch nur den geringsten Verdacht haben, dass sich eine Schenkung von Landis in Ihrer Sammlung befindet oder dass Sie jemanden gesehen haben, der dem Fälscher ähnelt. Meine Kontaktdaten finden Sie auf der Autoren-Seite und wie ich sage immer … machen Sie Ihre Arbeit gut, halten Sie Ihre Nase sauber und alles wird gut.

Bis bald!
Matt

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Richtig Gefälscht: Auf der Spur eines Kunstfälschers Teil 5

Da sind wir wieder mit dem fünften Eintrag im FAUX Real Blog und ich hoffe, Sie fühlen sich bereits aufgeklärt. Zögern Sie auch nicht, direkt mit mir in Kontakt zu treten und Fragen zu stellen.

Ich habe die Aliase Gardiner, Scott, Brantley und Lanois im vierten Teil erwähnt. Fangen wir mit dem ersten Decknamen an, Steven Gardiner. Der tauchte 2009 auf, als Landis dem Mississippi Museum of Art ein Aquarell von Stuart Davis schenkte. Später schenkte Landis ihnen noch Fälschungen eines Lepine (Öl auf Holz) und ein Selbstporträt von Marie Laurencin. Das interessante ist, ich hatte das anfangs erwähnt, dass Landis diese Fälschungen zu Ehren seiner Mutter und seines Vaters stiftete und sich immer auf sie bezog. Als Landis den Namen Gardiner verwendete, stiftete er zu Ehren von Joane Green Gardiner, seiner Mutter… seine Mutter war Jonita Joyce Brantley… er hatte also auch seiner Mutter einen Decknamen verpasst. Wie auch immer das ihr Andenken ehren sollte – sie verstarb nämlich erst im April 2010.

picture: LSU University Art Museum

Mark Landis
Bekannte Decknamen:
2009 – Steven Gardiner
2010 – Father Arthur Scott
2011 – Father James Brantley
2012 – Mark Lanois

Sein zweites Alias ist Father Arthur Scott (zum Andenken an seine Mutter Helen Mitchell Scott). Ich entdeckte es im September 2010, als er auf das Ackland Art Museum in Chapel Hill zukam, weil er ihnen eine schwarze Kreidezeichnung eines französischen akademischen Zeichners, vermutlich aus dem 17. Jahrhundert, schenken wollte. Nicht zu verwechseln mit der roten Kreidezeichnung eines liegenden Aktes, den ich schon erwähnt habe, der ebenfalls 17. Jahrhundert sein sollte. In diesem Fall verkleidete Landis sich als Jesuitenpater mit einem schwarzen Anzug, einem weißen Plastikkragen und der Jesuitennadel am Revers – und er fuhr den roten Cadillac Seville seiner verstorbenen Mutter. Würde das Bistum es erlauben, dass ihr Pater einen Caddy fuhr? Das war es, was die meisten Institutionen stutzig werden ließ, wenn Landis als Priester verkleidet auftauchte. Mark Tullos am Hilliard University Art Museum informierte mich über Father Scott und Tullos ist jetzt der Stellvertretende Direktor des Louisiana State Museums. Gut for Mark! Tullos, nicht Landis.

Nachdem Landis der Financial Times gestanden hatte, was er dreißig Jahre lang getrieben hatte, dachte ich, ich hätte ihn geschnappt und deshalb würde er aufhören… oder dass er zumindest eine Zeit brauchen würde, bis er eine Idee hätte, wie er weitermachen könnte. Zu meiner Überraschung erhielt ich einen Anruf von einer Highschool in New Orleans und am gleichen Tag auch von einer Universität in Georgia, die mir beide sagten, dass eben gerade ein Father James Brantley bei ihnen vorbeigekommen sei… aka Mark Landis. Es hatte nicht mal ein halbes Jahr gebraucht und er war mit einem neuen Namen zurück und glauben Sie es oder nicht: James Brantley war der Name des zweiten Mannes seiner Mutter… James E. Brantley!

Nun zum vierten und – zumindest bis jetzt – letzten Alias Mark Lanois. Landis hatte zehn Jahre zuvor 10 oder 11 Fälschungen an die Loyola University in New Orleans geschenkt. Im Februar 2012 tauchte er bei dem gleichen Angestellten auf und stellte sich als Mark Lanois vor. Der Angestellte hatte meine Landis-Updates über die Jahre verfolgt und informierte mich sofort darüber. Ich konnte es kaum glauben, dass Landis – mittlerweile über ein Jahr, nachdem die Geschichte in der Financial Times erschienen war – immer noch mit der gleichen Schwindelei und zwei neuen Decknamen unterwegs war.

Leute, ich habe noch so viel über den Fall zu erzählen. Es wird bald eine Veröffentlichung in The New Yorker geben. Der Autor ist seit 1980 bei The New Yorker und war letztes Wochenende bei mir und hat mich fast 12 Stunden interviewt. Die Publikation könnte noch in diesem Frühjahr erscheinen. Also: Halten Sie Ausschau und bewahren Sie die notwendige Sorgfalt.

Bis bald!

Matt

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Richtig Gefälscht: Auf der Spur eines Kunstfälschers Teil 4

picture: LSU University Art Museum

Mark Landis
Bekannte Decknamen:
2009 – Steven Gardiner
2010 – Father Arthur Scott
2011 – Father James Brantley
2012 – Mark Lanois

Ich habe Sie das letzte Mal mit dem Gedanken an den Picasso zurückgelassen. Wie ich erwähnt habe, war es zu meiner Mission geworden, Menschen über Landis, seine Decknamen und seine Bewegungen zu informieren. Lassen Sie uns also heute nach Jacksonville in Florida gehen.

Ich rief Holly Keris, Kuratorin am Cummer Museum, an und erzählte ihr von Landis und was ich herausgefunden hatte. 2008 war das Cummer noch nicht „betroffen“. Ich rief Holly eine Woche später noch einmal an, weil ich wissen wollte, wie sie und das Museum einen Hurrikan überstanden hatten. Holly erzählte mir, dass sie in Ordnung war und der Hurrikan keinen Schaden an der Sammlung angerichtet hatte. Aber, sagte sie mir am Telefon, „Rate Mal, Matt, ich habe einen Umschlag von FedEx mit einem Tafelbild in Öl von Picasso drin auf dem Schreibtisch liegen.“ Es stellte sich heraus, dass ihnen das Ölbild „Portrait de Lora“ geschenkt worden war, das 2008 bei einer US-Auktion ersteigert worden war. Raten Sie mal, wer der Käufer war? Gut geraten, ich hatte keine Ahnung! Landis hatte einen Picasso gefälscht und der nächsten großen US-Institution geschenkt, dem Cummer. Ja, ein Picasso! Also, Leute, was ich entdeckt hatte, war, dass Landis nicht einfach nur Bilder weniger bekannter Künstler fälschte, sondern sich auch an solche Größen wie Picasso, Signac, Daumier und viele andere heranwagte. Übrigens auch an Dokumente von John Hancock und Thomas Jefferson. Ich entdeckte, dass er leere Seiten aus den hinteren Teilen von jahrhundertealten Büchern aus Bibliotheken herausschnitt und diese als Grundlage verwendete, um seine Fälschungen so aussehen zu lassen als seien sie der wahre Jakob. Ziemlich mutig und vorausschauend so vorzugehen. Die Institution in der das passiert ist, muss anonym bleiben. Ich kann Ihnen aber verraten, dass Landis erwischt wurde und dort nicht länger willkommen ist.

Wie geht es nun weiter? Ich habe Ihnen bis jetzt ein paar Leckerbissen darüber aufgetischt, wie ich Landis entdeckt habe. Die Wahrheit ist: ich habe so viel zu erzählen und so wenig Zeit, dass ich nicht recht weiß, wo ich anfangen und wo ich weitermachen soll. Ich meine, fragen Sie sich doch mal selbst: wenn Sie der einzige Mensch wären, der einen Kunstfälscher entdeckt hat, und Sie wüssten nicht, wann und wie man diese Informationen an die Behörden übergeben soll und Sie hätten diesen Menschen über fünf Jahre verfolgt, was würden Sie tun? Ich hatte Angst, dass man mich der Verleumdung, der üblen Nachrede und Ehrverletzung an Landis bezichtigen würde. Ich hatte die Beweise, dass das keine Einbildung war. Ich wollte nie, dass mich dieser Landis-Fall irgendwohin bringt, ich hatte ihn mir nicht ausgesucht. Aber der Fall erwies sich nicht nur als seltsam und interessant, sondern erweckte auch generell in meinem Leben wieder das Verlangen, nicht alles für bare Münze zu nehmen, sondern kritisch und genau zu sein. Nicht nur in der Arbeit, sondern auch als Mensch. Seien Sie immer auf der Hut vor Wölfen im Schafspelz, denn sie sind real und sie sind dort draußen. Mehr davon beim nächsten Mal. Ich möchte Angela noch einmal dafür danken, dass Sie mich eingeladen hat, Teil des Teams von Registrar Trek zu sein und ich freue mich auf Kommentare von und Kontakte mit Ihnen.

Für diese Woche: bleiben Sie wachsam, überprüfen Sie Ihre Unterlagen und Datenbanken auf die Nachnamen von Landis: Gardiner, Scott, Brantley and Lanois. Warum? Weil das die vier Decknamen sind, unter denen ich Landis bereits entdeckt habe. Denken Sie daran, dass Sie meine Kontaktdaten auf der Autorenseite von Registrar Trek finden.

Bis bald!

Matt

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Richtig Gefälscht: Auf der Spur eines Kunstfälschers Teil 3

picture: LSU University Art Museum

Mark Landis
Bekannte Decknamen:
2009 – Steven Gardiner
2010 – Father Arthur Scott
2011 – Father James Brantley
2012 – Mark Lanois

Hoffentlich habe ich Ihr Interesse an Landis geweckt und Sie reden mit anderen über diese Serie, auch wenn sie nicht im „Kunstrevier“ tätig sind. Also, Landis macht das seit über 30 Jahren. Aber warum? – fragen mich die Leute, zum Beispiel auch hier in einem Kommentar zu Teil 1. Es ist nie Geld geflossen, kein Postbetrug, kein Versicherungsbetrug, kein Betrug in irgendeinem Sinne, der staatliche Stellen interessieren würde. Der ehemalige FBI-Agent Bob Wittman sagte mir, wenn nie Geld geflossen sei und Landis seine Gemälde nie verkauf hätte, hätte er nichts falsches gemacht. Außer, dass Landis über Jahre die wertvolle Zeit von Museumsprofis vergeudet hat und es natürlich indirekte und direkte Kosten verursacht hat, was den Budgets geschadet hat und sicherlich auch der Reputation der Sachverständigen in den Museen. Es gibt mehr als 17.000 Institutionen hier in den USA, die entweder Kunst ausstellen oder Kunst sammeln. Und davon habe ich nur 52 entdeckt, beziehungsweise haben diese selbst darauf hingewiesen, dass sie auf Landis hereingefallen sind. Ich weiß, dass es mehr sind, aber sie wollen es vor sich selbst oder vor ihrer Institution nicht zugeben, dass sie Teil von Landis‘ Spiel waren.

Wie erkennt man eine Fälschung, fragen Sie sich vielleicht? Ich hatte keine formale Ausbildung, Fortbildung oder Training in Ermittlungen. Ich war einfach neugierig wegen der Schenkung des Signac an das Savannah College of Art and Design (SCAD) und des Lepine in St. Louis1. Als ich mißtrauisch wurde, schlug meine krankhafte Ordnungsliebe, die Zwangsstörung, die für das Denken eines Registrars typisch ist, zu. Ich sah mir die sechs Schenkungen, die Landis an Oklahoma City getätigt hatte, unter einem normalen Vergrößerungsglas und UV-Licht an. Jedes Stück, der Signac, Lepine, Daumier, Laurencin, die Rötelzeichnung aus dem 17. Jahrhundert und der Valtat, den wir früher erhalten hatten, alle hatten etwas eigenartiges an sich. Der Lepine leuchtete unter Schwarzlicht. Warum? Weil überall dort, wo Landis nicht die Ölfarben aus dem 20. Jahrhundert verwendet hatte, um die digitalen Vorlagen zu übermalen, diese weiß hervorleuchteten. Die Rötelzeichnung sollte aus dem 17. Jahrhundert sein… nicht nur, dass auch dort fragliche Bereiche weiß oder dunkelblau leuchteten, es gab auch noch ein anderes Werkzeug, das meine Vermutungen bestätigte… meine Nase. Wenn es eine wirkliche Zeichnung aus dem 17. Jahrhundert war, sollte man vermuten, dass das zugehörige Passepartout brüchig wäre und sich leicht abreißen lassen würde. Ich erinnere mich, wie ich die untere linke Ecke des Passepartouts abziehen wollte, immer in der Erwartung, dass es abbrechen würde, ohne das Bild zu beschädigen, und raten Sie mal… es war strahlend weiß… nagelneu! Dann hielt ich die freigelegte Fläche an meine Nase und es roch nach KAFFEE! Gefälscht!

Nachdem ich mich in weniger als 60 Minuten mit mehr als 20 Institutionen unterhalten hatte, hatte ich den produktivsten Kunstfälscher unserer Zeiten entdeckt. Aber keiner, der in der Vergangenheit schon einmal deswegen eingesperrt gewesen wäre, sondern ein ungewöhnlicher Charakter, der es nicht wegen des Geldes tat, sondern als Philanthrop, zu Ehren von Vater und Mutter und um „nett“ behandelt zu werden. Landis hatte übrigens auch kein Interesse daran, die „FAUX Real Ausstellung“ zu sehen, die ich an der Universität von Cincinnati im letzten April zusammengestellt hatte. Ich zitiere: „Das Zeug interessiert mich nicht, das hab ich schon gesehen. Ist hier irgendjemand Nettes, mit dem ich reden könnte? Ja, das wäre nett. Ist hier irgendjemand, mit dem man reden könnte, der nett ist?“ Landis eigene Worte… Versuchen Sie es mal mit so jemandem drei Tage lang auszuhalten, wie ich es im Sommer 2008 getan habe… es laugt Sie aus. Also, meine lieben Co-Spürnasen, fürchtet euch nicht, eurem Bauchgefühl zu vertrauen und Fragen zu stellen. Sie könnten vielleicht der nächste Registrar sein, der auf so etwas Großes stößt wie ich im Fall von Mark Augustus Landis. Scharfsichtige Augen, Erfahrung, die gebotene Sorgfalt, Geduld, ein wissbegieriges Naturell… achtet nicht auf den ersten Anschein. Ihr könntet hinters Licht geführt werden!

Weitere Details über die Masche kommen bald. Ich könnte stundenlang über diesen Fall schreiben, aber ich versuche diese zweiwöchige Serie so knapp zu halten, dass Sie immer noch genug Raum haben, sich zu fragen „warum?“ und darüber nachzudenken. Oh, warten Sie nur, bis ich Ihnen die Sache mit dem Picasso erzähle! Vergessen Sie nicht, dass Sie meine Kontaktdaten auf der Autorenseite von Registrar Trek finden. Bis bald!

Matt

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