Archiv für Angela

Tell Me More, Database – Das „Fundstück“ Lied

Neulich erinnerte mich die Mail einer Kollegin an einen Vorfall, der dazu führte, dass ich den alten Lagerfeuer-Klassiker „Country Roads“ von John Denver umgedichtet habe, nachdem wir das Problem gelöst hatten:

Es war ein dunkler Freitag im Februar als ich mit einer meiner Hilfskräfte Emailschilder überprüfte und umlagerte. Wir stießen auf zwei Straßenschilder, die sich ziemlich ähnlich sahen und auf der Rückseite stand auch die gleiche Inventarnummer. Natürlich war kein Foto in der Datenbank. Wir riefen unsere Datenbankmanagerin um Hilfe an. Nach einer Weile fand sie ein verwaistes Foto in den Exponatakten, das zeigte, dass der Pfeil auf dem einen Schild nach links zeigte, während es ein Schild mit einer anderen Inventarnummer gab, auf dem der Pfeil nach rechts zeigte. Dieser Datensatz hatte vor langer Zeit den Eintrag „Standort unbekannt“ erhalten. Endlich konnten wir die richtigen Nummern anbringen.

Also, für all die verlorenen und wiedergefundenen Objekte in unseren Sammlungen, bitte alle mitsingen (singt sich besser auf Englisch)… und eins, und zwei, und….


Almost Weekend, in the storage
Found a sign there, right next to another.
Both look similar, similar like twins,
And they both have same accession number.

(Beinahe Wochenende, in dem Depot,
Taucht ein Schild auf, ganz nah an nem andren.
Sehen gleich aus, haargenau ganz gleich,
haben auch die gleiche Inventarnummer.)

Refrain:
Database, tell me more,
Where the things do belong.
Show the files me,
Backlog Mamma, tell me more,
Database.

(Datenbank, sag mir mehr,
wo die Dinge hingehörn.
Zeig die Akten mir,
Rückstands-Mamma, sag mir mehr,
Datenbank.)

Unwrap the sign now, take a look there,
Accession number, written on the backside.
Dark and dusty, written black on black.
Misty taste of neglect, teardrops in my eye.

(Schild auspacken, erstmal anschaun,
eine Nummer steht auf der Rückseite.
Schwarz und staubig, geschrieben schwarz auf schwarz.
Schlecht behandelt, hab Tränen im Auge.)

Database, tell me more,
Where the things do belong.
Show the files me,
Backlog Mamma, tell me more,
Database.

(Datenbank, sag mir mehr,
wo die Dinge hingehörn.
Zeig die Akten mir,
Rückstands-Mamma, sag mir mehr,
Datenbank.)

I find a file in the „missing things“, it calls me
Seems a lot like one we missed a long time ago
Looking at the pic I got the feeling
That we finally solved this mystery, mystery!

(Finde eine Akte in den „vermissten Dingen“, sie ruft mich,
sieht aus als ob wir das schon lang, lang suchen.
Ich schaue auf das Bild und hab das Gefühl
dass es sich auflöst das Mysterium, Mysterium!)

Database, tell me more,
Where the things do belong.
Show the files me,
Backlog Mamma, tell me more,
Database.

(Datenbank, sag mir mehr,
wo die Dinge hingehörn.
Zeig die Akten mir,
Rückstands-Mamma, sag mir mehr,
Datenbank.)

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Größere und kleinere Dinge

CoverVor etwa eineinhalb Jahren fragte mich mein Lektor bei Rowman & Littlefield, ob ich Interesse daran hätte, eine Neuauflage meines Buches Things Great and Small: Collections Management Policies (Große und kleine Dinge: Richtlinien für Sammlungsmanagementkonzepte) vor zu bereiten. Da die erste Auflage 2006 erschienen war, war ein Update des Buches längt überfällig und so sagte ich natürlich ja (ich wollte die zweite Auflage Größere und kleinere Dinge nennen, was aber leider nicht geschah).

Als ich mit dem Projekt begann wurde mir erst klar, wie viel sich in der Museumsarbeit seit 2006 geändert hat, besonders die Menge der Informationen und wie wir dazu Zugang haben. Nachdem ich einen ganzen Berg von neuen Büchern, Zeitschriftenartikeln und Online-Diskussionen durchgesehen hatte, war ich ganz erschlagen davon, wie viel mehr Material jetzt zugänglich ist, verglichen mit der Zeit der ersten Auflage. Ich erinnerte mich an den Anfang meiner Museumslaufbahn – das war allerdings schon im Pleistozän, auch als 70er Jahre bekannt – damals gab es sehr wenig Museumsliteratur und es gab keinen Zugriff auf Internet-Ressourcen (weil es noch kein Internet gab). Der einzige Weg einen Kollegen um Rat zu fragen, war der, ihn an zu rufen (und damals zahlte man noch für jedes Telefonat) oder man wartete, bis man bei dem einen oder anderen Treffen dem Kollegen begegnete.
Die große Bandbreite an Druckwerken und Netzressourcen die heute leicht zugänglich sind und die Möglichkeit unmittelbar mit einer Gruppe von Spezialisten in Verbindung zu treten, sei es durchs Handy, durch E-Mail oder mittels Diskussionsgruppen im Netz, haben das ganze Umfeld beträchtlich verändert und zwar sehr zum Besseren.

Wenn ich erwähnte, dass ich eine Neuauflage des Buches vorbereite, wurde ich in der Regel gefragt, was ich denn ändern wolle. Tatsächlich gibt es viel Änderungen, beginnend damit, dass ein großer Teil des Textes umgeschrieben, einige neue Abschnitte eingefügt und auch ein paar Fotos der revidierten Fassung beigefügt wurden. Die Themen Deakzessionierung und Urheberrechte wurden auf den neuesten Stand gebracht und erweitert und ein neues Kapitel über Digitale Sammlungen eingefügt. Der Anhang mit Gesetzestexten und Gerichtsurteilen wurde revidiert und die Bibliographie erweitert. Die zweite Ausgabe spiegelt auch den Wandel unseres Denkens über die Normen für Sammlungsbetreuung und Depots.
Einige Informationen zum Sammlungsmanagement von Zoos und botanischen Gärten wurden hinzugefügt und auch für die Betreuung kultursensitiver Sammlungen. Eine der auffälligsten Änderungen ist die, dass die Beispiele aus real existierenden Sammlungen durch Musterpolicen erfundener Institutionen ersetzt wurden. Da die Beispielpapiere in der ersten Ausgabe alle von wirklichen Museen stammten, war ihre Anwendbarkeit in anderen Situationen und bei anderen Fällen begrenzt und außerdem waren sie inzwischen meist überholt. Wenn ich auch die Leser der ersten Ausgabe davor gewarnt habe, irgendetwas zu kopieren und empfohlen habe, besser eigene Richtlinien zu schreiben, brauchten doch die meisten Nutzer etwas, wovon sie ausgehen konnten. So bietet die neue Ausgabe nun Modelle, von denen ausgegangen werden kann.

Gute Sammlungsmanagementkonzepte sind die Grundlage einer großartigen Sammlung.

Die neue Ausgabe enthält auch viel von dem was ich von den Lesern gelernt habe. Feedback erhielt ich vor allem bei Workshops, in Unterrichtsstunden und bei Webinars und auch von Leuten, die sich die Zeit nahmen, mich wissen zu lassen, was sie über das Buch dachten. Es ist etwas entmutigend, aber immer lehrreich, das eigene Buch in einer Klasse zu verwenden und dann zu beobachten, wie sie interpretiert, was man gesagt hat.

Wenn das Festlegen eines Sammlungskonzeptes und Regeln zum Umgang mit Sammlungsgut auch sehr wichtig sind, muss ich doch zugeben, dass das Erarbeiten der jeweils zutreffenden Regeln, nun, sagen wir, langweilig sein kann. Um da eine Hilfe zu geben, habe ich ein Spiel entwickelt, das die Neuausgabe von Things Great and Small begleiten wird. Ich nenne das Spiel Monopolicies (Sie dürfen raten, welches Spiel mich inspirierte) und nach einigen Beta-Versionen ist es jetzt fast für die Veröffentlichung fertig. Meine Vorstellung war, dass man statt der trockenen und endlosen Diskussionen mit Kollegen über die Gestaltung des Sammmlungsmanagements ihrer Institution dies in einer entspannteren Atmosphäre tun könnte, während man Spaß hat bei einem Spiel. Monopolicies wird im frühen Frühjahr als kostenloser Download erhältlich sein – halten Sie danach Ausschau! (Neu am 4.2.2018: Es ist jetzt hier erhältlich: http://www.museumstudy.com/courses/course-list/monopolicy/ )

Things Great and Small ist jetzt beim Verleger und im Buchhandel erhältlich: (https://rowman.com/ISBN/9781933253039/Things-Great-and-Small-Collections-Management-Policies)

John E. Simmons
Museologica
und
Sammlungsmitarbeiter (Earth and Mineral Sciences Museum & Art Gallery, Penn State University)

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Brigitte Herrbach-Schmidt.

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Alles Gute zum 5. Geburtstag, Registrar Trek!

pic by OpenClipart-Vectors via pixabay (CC0)„Nach fünf Jahren kann man ein Projekt als erwachsen geworden betrachten.“ Das waren mehr oder weniger die Worte, die der Moderator auf der Dokumentationstagung des Deutschen Museumsbundes wählte, als ich einen Vortrag über unser Projekt hielt. In vielerlei Hinsicht denke ich, dass das richtig ist. Aber auf der anderen Seite möchte ich mit Tom Waits (oder den Ramones, falls Sie diese Version bevorzugen) singen: „I don’t wanna grow up!“ („Ich möchte nicht erwachsen werden!“). Ich hoffe, dass wir nie die Neugier verlieren, um neue Dinge auszuprobieren und dabei zu lernen und ich hoffe auch, dass wir niemals so ernsthaft werden, dass kein Platz mehr für einen guten Lacher selbst in unseren seriösesten Artikeln ist.

Dieses Jahr haben wir eine ganze Bandbreite von sehr aktuellen Aspekten abgedeckt, vom schnellen Eingreif-Sammeln zum Katalogisieren einer Smartphone-App. Generell haben wir unseren Einzugsbereich vom klassischen Sammlungsmanagement auf weitere Aspekte der Museumsdokumentation ausgedehnt. Das ist eine gute Sache, denn Dokumentation ist die Grundlage von allem, was wir tun. Trotzdem möchte ich das Blog natürlich ausgewogen halten, deshalb plane ich eine Serie zum Thema „Werkzeuge des Registrars“ ins Leben zu rufen, in der von Lieblinsgwerkzeugen und Lieblingssspielzeugen die Rede sein wird. Sie sind alle herzlich eingeladen, dazu Texte, Bilder und Gedanken beizutragen.

Als Projekt hoffen wir, dass wir dieses Jahr neue Übersetzer gewinnen können. Viele, die vor fünf Jahren mit uns angefangen haben, haben nun so herausfordernde Tätigkeiten angenommen, dass sie nichts mehr beitragen können. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Menschen, die bereit sind, sich ehrenamtlich in einem Projekt über ihre Arbeit zu engangieren, zeigen genau die Einstellung und Einsatzbereitschaft, die von Museen gesucht wird. Also hoffe ich, dass wir neue Freiwillige finden, die die fehlenden Übersetzungen im Blog ergänzen.

Und natürlich hoffe ich auch, dass viele die Zeit finden werden, sich hinzusetzen und die Geschichte oder den Artikel über den Aspekt unserer Arbeit zu schreiben, über den sie schon immer schreiben wollten. Wie immer, schicken Sie ihn an story@museumsprojekte.de

Lasse Sie uns nun ins Neue Jahr 2018 starten und möge es ein Gutes sein!

Angela

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Weihnachtliche Grüße!

christmas tree on counter

Unser Weihnachtsbaum im Sozialraum: Ein künstlicher Baum, LED-Kerzen und klein genug, so dass er auf die Anrichte passt und niemand versehentlich hinein rennt.

Die schwierigste Zeitspanne des Jahres für den Sammlungsmanager ist endlich zu Ende. All die Jahresendspenden sind da, alle Leihgaben zurück gegeben oder Leihverträge erneuert, alle Kerzen durch LEDs ersetzt (wer hat eigentlich ernsthaft geglaubt, dass es eine gute Idee ist, echte – meist trockene – Tannenzweige und Feuer zu kombinieren?), die letzten Datenbankeinträge gemacht. Zeit, die Gläser zu erheben!

Wir wissen, dass in der Welt „da draußen“ schwierige Zeiten angebrochen sind, vielleicht schwieriger als je zu unseren Lebzeiten. Aber es gibt auch Freundschaft und Zusammenarbeit, ganz besonders in unserem Beruf. Dafür können wir dankbar sein. Dieses Jahr sind an unserem Küchentisch im Sozialraum des Depots Kollegen aus ganz Deutschland, aber auch aus China und Ägypten gesessen und wir haben Gedanken und Einsichten ausgetauscht. Vielleicht ist das größte Geschenk, dass wir in der Lage sind uns gegenseitig zuzuhören und uns zu verstehen, auch, wenn es Sprachprobleme und kulturelle Unterschiede gibt.

Im Namen des gesamten Teams von Registrar Trek:

Fröhliche Weihnachten,
Einige geruhsame Tage abseits der Arbeit und
Ein glückliches Neues Jahr 2018!

Angela

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Museumsdokumentation ist ein Akt der Fürsorge

Wir alle, deren Aufgabe es ist, die Dokumentation in unserem Museum zu verbessern, haben oft große Probleme den Kollegen die zentralen Punkte klar zu machen, wenn sie in die Diskussion um Standards und Langzeiterhaltung nicht so eingebunden sind. Vielleicht sind wir zu tief in die Probleme verwickelt, um die Idee dahinter deutlich zu machen. Vielleicht sollten wir mal einen anderen Zugang versuchen. Vielleicht sollten wir einfach einmal einen anderen Blickwinkel einnehmen. Versuchen wir es einmal so:

Wer würde sich nicht gerne um so eine flauschige alte Dame kümmern?

Diesen Sommer habe ich mich um eine ältere Dame gekümmert. Sie ist 17 Jahr alt. Das ist für eine Katze schon ein beachtliches Alter, es entsprich über 80 menschlichen Jahren. Der Eigentümer ging für zwei Wochen in Urlaub, deshalb sprang unser örtlicher Katzensitter-Verein ein, um sicher zu stellen, dass die Katze in ihrer gewohnten Umgebung bleiben konnte. Mau war eine sehr vornehme, liebenswerte, ältere Dame, aber wie das mit zunehmendem Alter nicht zu vermeiden ist, sie hatte einige gesundheitliche Probleme. Sie musste jeden Tag verschiedene Medikamente nehmen. Das kann schon schwierig werden, wenn es sich um einen menschlichen Patienten handelt. Wenn man aber eine Katze versorgt, dann kann das eine entmutigende Erfahrung werden. Und da Mau unter anderem Leber- und Nierenprobleme hat, war es sehr wichtig fest zu halten, ob sie regelmäßig aß. Wenn sie für 24 Stunden die Nahrung verweigerte war das ein Warnsignal. Dann musste etwas getan werden, um sie zu überzeugen, zum Beispiel eine Dose Thunfisch öffnen. Wenn sie aber 48 Stunden nicht aß war es ein Notfall, der besondere Medikamente, vielleicht sogar einen Besuch beim Tierarzt erforderte.

Da der Besitzer seine Katze liebte, notierte er auf ein paar Seiten eine „Bedienungsanleitung“ mit all den Bedürfnissen der Katze. Da war festgehalten, welche Medikamente, wie viele, wann und auf welche Art und Weise ihren Weg in die Katze finden sollten. Er hielt auch einige Tricks fest, die in der Vergangenheit geholfen hatten, z.B. die Pillen in eine besondere Sorte Wurst zu verstecken. Es gab sogar ein Training ehe er verreiste, sodass wir die Verabreichung der Medizin unter seiner Aufsicht üben konnten.

Die “Bedienungsanleitung” für die Katze

Als dann ein anderer Katzensitter und ich die Verantwortung übernommen hatten, stellten wir bald fest, dass es nötig war, die Angelegenheiten rund um die Katze zu überwachen, zum Beispiel: hat die Katze ihre Pillen genommen und hat sie ordentlich gegessen? Da einer von uns morgens, der andere abends nach der Katze sehen würde, bekämen wir uns nicht zu Gesicht. Und da wir beide arbeiteten und sehr enge Zeitpläne hatten, war ein Anruf keine Option. Auch Mailen oder Texten erschien mühsam und nicht wirklich verlässlich.

So platzierten wir in der Küche in Blatt Papier, mit dessen Hilfe wir den Zustand der Katze von Tag zu Tag überwachen konnten. Wir notierten Dinge wie „Verabreichung der Nierenmedikamente ging gut, aber sie weigerte sich, die rote Pille zu schlucken“ oder „Futternapf war noch voll“. Wir nutzten dieses „Tagebuch“ auch, um Beobachtungen zu teilen wie “liebt es gebürstet zu werden“ oder Tricks wie „wenn man die Pille in einem Leckerli versteckt, nimmt sie das Leckerli nicht. Aber wenn man ihr einige Leckerli ohne Pille hinwirft und sie beginnt diese zu fressen, dann kann man die Pille in das nächste Leckerli hineinschmuggeln“.

Das Tagebuch

Wie Sie sich vorstellen können ging alles gut und wir konnten dem Besitzer, als er zurückkam, einen glückliche, wohl versorgte Katze übergeben.

Was hat diese Geschichte nun mit Dokumentation zu tun?

Nun, das Tertium Comparationis 1 ist die Fürsorge. Alle beteiligten Menschen taten das, was sie taten aus Fürsorge. Zugegeben, die Objekte in unseren Sammlungen sind keine lebenden, schnurrenden Kreaturen. Aber da wir uns um sie sorgen, tun wir mit der Dokumentation etwas sehr Ähnliches:

  • Wir stellen sicher, dass alles Wissen über unsere Sammlung, ganz wie bei der „Bedienungsanleitung “, in einem zentralen Dokument oder Dokumenten festgehalten wird. So wird festgehalten, was, warum, wann und wie zu geschehen hat. Das sind dann unsere Handlungsanweisungen und manches davon findet sich sogar in den Leitlinien der Sammlung.
  • Wir stellen auch sicher, dass diese Dokumente allen zugänglich sind, die in die Betreuung der Sammlung eingebunden sind.
    In unserer Geschichte lag die „Bedienungsanleitung “ auf dem Küchentisch, sodass jeder im Zweifelsfall Zugriff darauf hatte. Wenn der Eigentümer jedem der Katzensitter ein Exemplar gegeben hätte, wäre das keine gute Lösung gewesen: im Fall der Krankheit eines Katzensitters hätte der Ersatz keinen Zugang zu dem Dokument gehabt.
  • Wir schaffen Voraussetzungen, die es erlauben fest zu halten, was mit unseren Objekten passiert. Wir stellen sicher, dass jeder erfahren kann, was wann mit einem Objekt passierte, gleich ob er oder sie in einer Stunde mit dem Objekt arbeiten müssen oder erst in 20 Jahren. Deshalb halten wir in den jeweiligen Datensätzen objektrelevante Fakten fest wie Schäden, Standortwechsel, Ausleihen oder konservatorische Behandlung – so wie wir das mit dem „Tagebuch“ für die Katze gemacht haben.
  • Wir drücken uns präzise aus und vermeiden umgangssprachliche Wendungen, sodass jeder, der in Zukunft die Dokumentation liest, sie auch verstehen kann.
  • Zu guter Letzt verlassen wir uns nicht alleine auf die Dokumentation. Wir vermitteln in praktischen Übungen wie die Aktualisierung der Datensätze korrekt erfolgt und wie mit den Objekten um zu gehen ist.

Wenn also das nächste Mal ein Kollege vergisst, einen Standortwechsel oder eine Beschädigung ein zu tragen, dann werden Sie ihn oder sie vielleicht nicht mit einer Lektion über die Wichtigkeit der Dokumentation langweilen. Sie könnten es vorziehen, die Geschichte einer liebenswürdigen, älteren, schnurrenden kleinen Katze zu erzählen.

Angela

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Brigitte Herrbach-Schmidt.

  1. Lateinisch: „das Dritte des Vergleiches“, die Gemeinsamkeit zweier Dinge, die man miteinander vergleicht.
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Fusion und Mission: Gemeinsam vorwärts

„Sammlungsverwaltung“ (Collection Stewardship) ist der Name eines neu organsierten Komitees des Amerikanischen Museumsverbandes (American Alliance of Museums – AAM). Dieses Netzwerk unterstützt eine große Gemeinde von Museumsfachleuten, die sich für eine bessere Verwaltung der Sammlungen in Museen einsetzt. Egal wie die Berufsbezeichnung ist – Registrar, Sammlungsverwalter, Restaurator, Museumstechniker oder sonst wie – wir sind für Sie da.

Erst vereinigen wir uns, dann wird gefeiert.

„Sammlungsverwaltung“ entstand aus der Verschmelzung des Registrarkomitees des Museumsverbandes (Registrar Committee – RC-AAM) mit dem Netzwerk Kunsttransport, Sammlungsbetreuung und Ausstellungstechnik (Art Handling, Collections Care and Preparation Network). Fusion und Name wurden vom Vorstand des Museumsverbandes im März 2017 genehmigt und 2017 beim Arbeitsessen des Registrarkomitees bei der jährlichen Tagung des Museumsbundes in St. Louis verkündet.

Zuerst sollen aber all die Acronyme aufgelöst werden:
AAM: American Alliance of Museums Amerikanischer Museumsverband
RC oder RCAAM: Registrars Committee, AAM Registrarkomitee im Amerikanischen Museumsverband
Art Handling: Art handling, Collections Care and Preparation Network, AAM Netzwerk Kunsttransport, Sammlungsbetreuung und Restaurierung
CS: Collection Stewardship, AAM Sammlungsverwaltung im Amerikanischen Museumsverband
PACCIN: Preparation, Art Handling, Collections Care Information Network Netzwerk Restaurierung, Kunsttransport und Sammlungsverwaltung

Es ist hilfreich zu wissen, dass beide Gruppierungen ihre Geschichte haben. Das Registrarkomitee begann 1977 als Netzwerk der Fachleute im Amerikanischen Museumsverband. In den 1990er Jahren wurde dort eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich 1997 selbständig machte unter dem Namen AAM Professional Interest Committee, PACCIN genannt (Fachverband im Amerikanischen Museumsverband). Im Jahr 2015 machte sich PACCIN als Gemeinnütziger Verein (Steuerrecht USA § 501(c)3) selbständig und AAM bildete einen neuen Fachverband, das Art Handling, Collection Care and Preparation Network (Netzwerk Transport, Sammlungspflege und Ausstellungstechnik). Es ist diese Gruppierung, die mit dem Registrarkomitee fusionierte und so zur „Sammlungsverwaltung“ wurde.

Weshalb also die Fusion? Änderungen, die AAM seit 2012 bei der Verwaltung der Netzwerke einzelner Berufsgruppen vornahm, führten dazu, dass das Verhältnis zwischen RC und AAM neu definiert werden musste. Eine Reihe von Diskussionen über diese Änderungen fand ihren Höhepunkt in einem Runden Tisch auf dem Marktplatz der Ideen beim AAM Treffen 2016 in Washington. Damals wurde ein Ausschuss gebildet, der die Fusion voranbrachte.

Was können Sie also von dieser neuen (alten) Gruppierung erwarten? Die „Sammlungsverwaltung“ wird weiterhin die Mailingliste betreiben, Projektunterstützung bieten, ebenso Gelegenheiten zum Netzwerken und andere gern genutzte Dienste. Der Vorstand der Gruppierung wird versuchen Kooperationen mit anderen Gemeinnützigen Organisationen herzustellen, die ähnliche Ziele haben, einschließlich der Association of Registrars and Collections Specialists (ARCS – Vereinigung der Registrare und Sammlungsspezialisten) und PACCIN.

Wir sind aber noch nicht am Ziel. Das Leitbild der „Sammlungsverwaltung“ ist noch immer das von 1977, das definiert wurde, um das Berufsbild fest zu legen. Das neue fusionierte Netzwerk wird dieses Leitbild von 1977 aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Wir müssen inklusiv sein, wir müssen ehrlich bewerten, wo sich unser Berufsstand heute befindet und wir müssen Visionen für die Zukunft entwickeln. Dafür werden Rücksprachen nötig sein. Ehe das neue Leitbild dann formal angenommen wird, werden die Mitglieder der „Sammlungsverwaltung“ noch um Zustimmung gebeten. Wir hoffen, es lange vor der jährlichen Konferenz im Jahr 2018 in Phoenix fertig und verteilt zu haben.

Wenn Sie irgendwelche Überlegungen zu diesem Projekt haben und gerne Vorschläge machen würden, dann setzen Sie sich bitte mit dem designierten Präsidenten Sebastian Encina unter sencina@umich.edu in Verbindung.

Wir sind ganz begeistert davon, dass wir hier etwas voranbringen können und begierig darauf, dass „Sammlungsverwaltung“ für uns alle etwas bewirken kann.

CSAAM Board
Der Vorstand von „Sammlungsverwaltung“ im
Amerikanischen Museumsverband

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Brigitte Herrbach-Schmidt.

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Wie katalogisiert man eine Smartphone-App?

von Paul Rowe

Some app symbolsMuseumssammlungen bestanden bisher aus physisch greifbaren Objekten, wobei der Bogen weit gespannt war, von Käfern zu Kunstwerken, von Büchern zu ganzen Archiven. Fotosammlungen bestanden aus analogen Werken – den Negativen oder Abzügen der Fotos. Die Neuzugänge der Museen bestehen aber zunehmend aus ursprünglich digitalen Arbeiten, wie Fotos, die mit einer Digitalkamera aufgenommen wurden oder Filmen, die mit dem Smartphone festgehalten wurden.

Auf unserem Nutzer-Forum bat vor kurzem jemand um Rat, wie eine Smartphone-App katalogisiert werden solle. Wie passen digital erstellte Arbeiten in den traditionellen Dokumentationsprozess der Museen? Und was fängt man mit komplexeren Erwerbungen wie einem Software-Paket oder einer App an?

Hier finden Sie in paar allgemeine Hinweise für die Inventarisierung genuin digitaler Objekte, zusammen mit ein paar Tipps für Multimediamaterial, das sie vielleicht in analoger Form haben (z. B. Spulen mit Filmen).

Verlinken Sie die Quelldateien

Wenn Sie originär digitale Arbeiten inventarisieren/katalogisieren, dann sollten Sie die Quelldateien direkt mit dem Katalog verbinden. Das wäre zum Beispiel ein hochauflösendes Foto oder auch kleinere, reduzierte Bilder, wenn das System das erlaubt. Bei einer Smartphone-App könnten es Standbilder der Benutzeroberfläche sein oder ein Trailer/Hilfevideo der App.

Vielleicht kann man auch eine Webadresse für das digitale Material verlinken, zum Beispiel zum GitHub Quellcode oder zur Wikipedia-Seite, die ein komplexeres digitales Element wie eine Smartphone-App beschreibt.

Viele Systeme erlauben auch einen automatischen Import der Metadaten der gelinkten Dateien, sodass man das Entstehungsdatum mit weiteren Details hat und ebenso Hinweise auf die nötigen Geräte, die Größenordnung und die Laufzeit.

Die genormten Katalogfelder benützen

Viele der Felder, die für traditionelle Sammlungen benützt werden, sind auch für Multimediamaterial geeignet, einschließlich genuin digitalem Material. Typische Felder, die genutzt werden können, sind zum Beispiel:

Objekt: Einfache Beschreibung, um welche Art von Material es sich handelt, z.B. Hörbuch, Smartphone-App
Maße: Wenn man die Abspieldauer nicht direkt in den Metadaten hat, dann sollte sie zusammen mit der Dateigröße im Katalog angegeben werden.
Größenkategorie: Analoges Filmmaterial wird meist in standardisierten Blechdosen verwahrt; deren Größen könnten als Standardkategorien im System angelegt werden.
Wiedergabemedien: Beschreibe die Ausrüstung, die benötigt wird, um die Aufnahme wieder zu geben oder die App zu nutzen.
Format: z.B. Digital Video Diskette, 35mmFarbfilm, iOS app
Ton: z.B. Dolby 5.1
Farbe: Technicolor
Maßstab: z.B. 4:3 oder 1200px x 900px.
Zeitangaben: Man kann die Anfangs- und Endzeit von Sequenzen oder Episoden notieren. Jede Anfangs- und Endzeit sollte einen Titel haben oder eine Beschreibung des Clips.
Besondere Merkmale: Auch Informationen zu einem kommerziellen Filmverleih oder besondere Eigenschaften eines Softwarepakets oder einer App sollten festgehalten werden.
Technische Details: alle wichtigen technischen Details wie die DVD Zone oder die Videokompression sind fest zu halten.

Medium oder Titel

Große Audio- oder Videosammlungen enthalten oft mehrfache Kopien der selben Aufnahme. Jede Kopie wird oft als Medium bezeichnet. Ein Beispiel wäre ein Film, den die Organisation als 16mm Originalkopie hat, aber auch als analoge VHS- und digitale DVD-Kopie für die Ausleihe.
Bei großen Katalogen kann es nützlich sein, die Aufnahme zu splitten, einerseits in die eigentliche Titelaufnahme und diese dann andererseits mit den Aufnahmen für die verschiedenen Medien zu verlinken. Die Titelaufnahme hält die inhaltliche Beschreibung fest (den Titel, den Urheber, wann und wo die Arbeit entstand). Die Aufnahmen für die einzelnen Medien halten die Details der Kopien fest (ihr Format, wo sie aufbewahrt werden, zu welchem Leihvorgang sie gehörten und welche Restaurierungsarbeiten ausgeführt wurden). Dies ist eine komplexere Struktur und nur nötig, wenn eine größere Anzahl von Duplikaten zu verwalten ist.

Vernon CMS

Dieser Artikel entstand als Antwort auf eine Frage, die an Vernon CMS gestellt wurde, die Katalogisierung einer App betreffend. Unsere Hinweise können bei vielen ähnlichen Katalogsystemen berücksichtigt werden. Über das Sammlungs-Management-System von Vernon erfahren Sie mehr auf der Vernon Systems website.

Paul Rowe ist CEO bei Vernon Systems, einer Softwarefirma aus Neuseeland. Vernon Systems entwickelt Software für Organisationen, die ihre Sammlungen registrieren, interpretieren und zur Verfügung stellen wollen. Paul interessiert sich besonders für Systeme auf Web-Basis in Museen und die Zunahme des öffentlichen Zugangs zur Museumsdokumentation. Manchmal kann man ihn beim Höhlenwandern sehen.

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Brigitte Herrbach-Schmidt.

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Registrar Trek bleibt in Mannheim!

picture by domeckopol via pixabay

Wasserturm Mannheim (Foto von domeckopol via pixabay)


Wenn ein Mitglied des Registrar Trek Teams an einer Konferenz oder einem vergleichbaren Event teilnimmt, um über das Projekt zu berichten, veröffentlichen wir normalerweise eine Ankündigung, die ungefähr lautet „Registrar Trek zu Gast in… (Costa Rica, Helsinki, Mailand)“. Nun, dieses Mal nehme ich an einer Konferenz in „meinem“ Museum teil, also kann ich bleiben wo ich bin: Das diesjährige Herbsttreffen der Fachgruppe Dokumentation im Deutscher Museumsbund findet vom 16. bis 18. Oktober im TECHNOSEUM statt. Ich freue mich darauf, das Blog vorzustellen und auf den Gedankenaustausch mit den Kolleginnen und Kollegen.

Das vorläufige Programm finden Sie hier:
http://www.museumsbund.de/wp-content/uploads/2017/09/fg-dokumentation-herbst-2017-vorlaeufiges-programm-online.pdf

Herzliche Grüße
Angela

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Summertime…

…and the livin‘ is easy…

Während manche von uns offensichtlich nicht aufhören können zu arbeiten…

(Schleichwerbung: Reibel’s „Registration Methods for the Small Museum“ wurde dank Deb Rose van Horn komplett überarbeitet und ins 21. Jahrhundert gebracht.)

…haben wir einen Kreativ-Workshop unter Einsatz von Metaplan-Technik in unserem Garten veranstaltet. Ausgehend von der Voraussetzung, dass wir weder ein Problem noch eine Lösung haben, kam dabei nach 3 Stunden intensiver Kreativarbeit und gezielter Improvisation unter Zuhilfenahme vorhandener Materialien und Werkzeuge dann das heraus:

Wir sind uns immer noch nicht sicher, welches Problem wir gelöst haben aber wir sind irgendwie stolz auf die Lösung. (Am offensichtlichsten: Alle waren der Meinung, dass, was immer das Problem sein mag, die Lösung höhenverstellbar sein muss.)

Genießen Sie den Sommer!
Angela

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Die Schuhe der Registrare – weitere Gedanken zu professionellem Schuhwerk

Working as a registrar might require unexpected skills: Like being all dressed up for the big opening and still be able to deliver a cart of desperately needed tools to the mount-maker.

Ein Registrar braucht unter Umständen ganz unerwartete Fähigkeiten: in Schale geworfen für die große Ausstellungseröffnung dennoch einen Werkzeugwagen zu den verzweifelt wartenden Kollegen bringen, die noch aufbauen.
Herzlichen Dank an Lisa Kay Adam für das Foto.

Drei Dinge ereigneten sich in den letzten vier Wochen:

  1. Ich bezog ein neues Büro und trennte mich bei der Gelegenheit von meinem allerersten Paar Sicherheitsschuhe.
  2. Meine augenblicklichen Sommer-Sicherheitssandalen starben den unerfreulichen Tod, der alle meine Sicherheitsschuhe erwartet.
  3. Ich las den Artikel zu angemessenem Schuhwerk bei Konferenzen von Janice noch einmal.

Das inspirierte mich, einen Artikel über die Arbeitsschuhe eines Registrars zu schreiben. Es ist das gleiche Problem wie bei den Schuhen für eine Konferenz – nur schlimmer. Als Registrar in einem kleinen Museum muss man in einem Augenblick ganz oben auf der Leiter stehen, um eine Glühbirne zu wechseln, im nächsten Augenblick eine Studentengruppe führen und wieder im nächsten Moment dem Präsidenten der Universität die Hand schütteln.
Als Registrar in einem großen Museum geht es einem nicht wirklich besser. Man muss viele Kilometer durch die langen Gänge laufen, auch hier Leitern ersteigen und wenn man sich im öffentlichen Bereich bewegt sollte man halbwegs präsentabel aussehen.

Jede Aufgabe erfordert eine andere Kleidung und es ist sehr wahrscheinlich, dass man verschiedene Kombinationen im Spint aufbewahrt. Begleitet werden sie von einer Armee von unterschiedlichen Arbeitsschuhen, von den Gummistiefeln für den Wassereinbruch im Keller in jedem Frühjahr bis zu den Stöckelschuhen, die zum Abendkleid für Festlichkeiten passen. Das Waffenlager der männlichen Kollegen mag im Umfang etwas kleiner sein, aber ich kenne keinen Kollegen, der mit nur einem Paar Schuhe auskäme.

There are some advantages of being a collections manager at a science and technology museum.

Sammlungsverwalter in einem Technikmuseum zu sein hat auch seine Vorteile.

Als Sammlungsverwalter in einem Technikmuseum, zu dessen Aufgaben es gehört, die Geschichte der Arbeitsbedingungen zu dokumentieren, geht es mir ein klein wenig besser. Ich beschloss vor langer Zeit, dass ich ein lebendes Beispiel für Arbeitsvorschriften bin, und deshalb trage ich in der Regel Arbeitskleidung, ganz gleich was ansteht (mit einigen wenigen Ausnahmen wie Ausstellungseröffnungen und Vorträge). Allerdings hat das eine Kehrseite:

Da ich meine Sicherheitsschuhe bei der Arbeit eigentlich immer trage, dauert es in der Regel nur ein bis eineinhalb Jahre, bis sie den Geist aufgeben. Das ist ein Problem, denn es ist unglaublich schwer Sicherheitsschuhe in Größe 37 (U.S. Größe 6 ½) zu finden. Meine allerersten Sicherheitsschuhe – die ich gerade aussortiert habe und die nun einer Prüfung unterzogen werden, ob sie in unsere Sammlung von Arbeitskleidung aufgenommen werden können – hatten nur Größe 36 (5 ½), da ich einfach keine Sicherheitsschuhe in meiner Größe auf dem Markt finden konnte. Zwei Jahre lang habe ich in zu kleinen Schuhen gearbeitet. Es waren, nach Aussage einer Freundin „die niedlichsten, kleinen Sicherheitsschuhe, die ich je gesehen habe“. Deshalb: sobald ein Paar anfängt zu schwächeln suche ich verzweifelt nach neuen Schuhen in meiner Größe. Ein anstrengendes Rennen gegen die Zeit.

Diesmal jedoch bleib ich davon verschont: Meine Nichte hat genau die gleiche Schuhgröße wie ich und sie gab mir die Sicherheitsschuhe, die sie für ihre Ferienarbeit bekommen hatte. Da sie letztes Jahr ihr Studium als Grundschullehrerin abgeschlossen hat braucht sie sie nicht mehr.

Bleiben Sie mit beiden Beinen fest auf dem Boden!
Angela

Zu Ihrer Erheiterung: eine Galerie von Schuhen, die in den Sielen starben:

light summer safety shoe
Leichte Sommer-Sicherheitssandalen, 2015 erworben. Die Naht, die Leder und Sohle verbindet öffnetet sich und das Leder riss – die Belastung war an dieser Stelle wohl zu groß, da ich oft auf meinen Zehen stehe. Um es noch schlimmer zu machen: ich brauche oft das Feingefühl der Zehen um am Gabelstapler genau richtig Gas zu geben, wenn ich eine fragile Last bewege. Ein älteres Paar von kräftigeren Sicherheitsschuhen verabschiedete sich auf genau die gleiche Weise, ich glaube das war 2007/2008.

sole of a safety boot
Gewöhnlich enden meine Sicherheitsschuhe aber, weil die Sohle so dünn wird, dass sie Löcher bekommt. Wenn man in einer Wasserpfütze steht macht sich das bemerkbar. Und bei trockenem Wetter realisiert man auf einmal, dass man jeden Stein spürt, als ob man barfuß laufen würde.

hiking boot without sole
Hier kam das Ende auf die spektakulärste Art und Weise. Es waren wunderbare Wanderschuhe, die ich gerne trug, wenn es keine zu gefährlichen Arbeiten gab, die unbedingt Sicherheitsschuhe erforderten. Ich trug sie besonders gerne bei einfacheren Arbeiten, wenn ich viel laufen musste. 2011, mitten in Einrichtungsarbeiten zu einer Ausstellung, fielen plötzlich Teile der Sohle ab.

Teilen Sie Bilder Ihrer Arbeitsschuhe mit uns, und schicken Sie sie zusammen mit der dazugehörigen Geschichte an story@museumsprojekte.de!

Übertragung aus dem Englischen ins Deutsche von Brigitte Herrbach-Schmidt.

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